Kategorie: Kommentar und Position

  • Romeo & Julius am Freitag, 8.2.: Schwul sein und älter werden

    Hallo ihr Lieben,

    wir werden uns für den Freitag dieser Woche mal wieder ein Thema aus der schwulen Lebenswelt zu Herzen nehmen. Vielleicht ist es aber auch eher ein Un-Thema, weil, naja, das Älterwerden bei vielen keinen so guten Ruf genießt. Aber es bleibt ja nunmal nicht aus. Einige kaschieren dies, indem sie vorgeben, für immer 29 zu sein. Jeder Geburtstag ist dann erneut der 29. – Yeah, für immer Jungschwuppe!

    Ein Kollege hier im Mann-O-Meter (seines Zeichens auf jeden Fall jünger als ich) meinte, dass der Mythos um die ewigen 29 daher rührt, dass man als Schwuler mit 30 praktisch tot sei. Bedrückende Vorstellung. Ich verspreche euch, es geht weiter! Und es hat schon auch Vorteile, wenn man älter wird. Welche das genau sind? Vielleicht bekommen wir gemeinsam etwas heraus. Ewige Jugend gibt es nicht, sorry, aber zufriedenes Älterwerden ist auf jeden Fall drin.

    Wer von euch Lust hat, sich diesem Thema mal zu stellen, den lade ich hiermit herzlich zum morgigen Treffen ein. Los geht es wie immer am Freitag um 20 Uhr im Mann-O-Meter. Und wem das zu viel ist, der kann ja einfach die Mutigen gegen 22 Uhr zu einem Getränk im MOM einsammeln und sich berichten lassen 😉

    Liebe Grüße
    Stefan

    Auch schon älter…
    Foto von https://www.flickr.com/photos/linpadgham (Creative Commons CC BY 2.0)


  • Romeo & Julius am 28.12.: Prä-Silvester-Kieztour

    Hallo Leute,

    habt ihr die Weihnachtstage überstanden? Seid ihr fit? Ich habe ja den dringenden Verdacht, dass Weihnachten ein ausgebuffter Plan der Grippevirenindustrie ist, denn alle verreisen und können schon auf dem Weg zu den Liebsten ordentlich die Keime austauschen, um sie dann in tagelangen Familiensitzungen schön auszubrüten.

    Wenn das geschafft ist, kommt nur noch das Jahresende. Und davor der letzte Romeo-Julius-und-die-Jungschwuppen-Gang-Treff 2018. Das Ziel ist, sich Orte dieser Stadt einzuprägen, um nach dem Jahreswechsel überprüfen zu können, was sich im Happy New Year geändert hat und was gleich geblieben ist.

    Etwas wird sich in „unserem“ Kiez (also dem Gebiet rund um das MOM, neben dem ja sogar mal eine U-Bahn-Station und ein ganzer Platz namens Nollendorfplatz gebaut wurden) auf jeden Fall verändern. Eine Institution in der hiesigen Bar-Szene muss Anfang des Jahres schließen. Der HAFEN, für die meisten von euch vielleicht nicht der Hauptanlaufpunkt, für viele aber eine Art zweites Wohnzimmer im Kiez, wird im Januar aus seinem angestammten Lokal ausziehen. Wohin es geht bzw. ob es überhaupt weiter geht, ist derzeit unklar.

    Uns von den Jungschwuppen tut das auch deshalb sehr leid, weil uns doch eine gewisse gemeinsame Geschichte mit dem Hafen verbindet. So gab es 2013 – also noch gar nicht sooooo lange her – einen gemeinsamen Wagen auf dem CSD.*

    Nun denn, ob wir morgen in den Hafen gehen oder andere Orte des gemütlichen Beisammenseins auftun, werden wir spontan entscheiden. Entscheidend ist: wir treffen uns wie gewohnt um 20 Uhr im MOM. Dann sehen wir weiter!

    Bis dann und liebe Grüße
    Stefan

    *Er ist als der leiseste CSD-Wagen in der Geschichte des Berliner CSDs in die Annalen eingegangen 😉

  • Romeo & Julius am Freitag, 30.3.: ÖKKT

    Hallo in die Runde,

    habt ihr schon irgendwelche Hasen gesehen? Ok, nee, ich fange noch mal an… Ich möchte vermeiden, diese Einladung zu Romeo & Julius am 30.3., das ist Karfreitag, also unser Ostertreffen, mit irgendwelchen Witzchen über Eier, die gefärbt werden usw., ein- oder auszuleiten.

    Berlin, das ist die Stadt, in deren Straßen sich die meisten von euch rumtreiben, ist zu Ostern, nunja, noch schwuler als sonst. Das liegt daran, dass vier freie Tage am Stück natürlich zum Feiern einladen. Die Tage sind wieder etwas länger. Da steigt die Laune, sich unters Volk zu mischen. Und Schöneberg ist alljährlich zu Ostern quasi überschwemmt mit schwulen Touristen aus aller Welt, die sich hier zum traditionellen Leder- und Fetisch-Treffen einfinden. Was für uns wiederum heißt: es gibt was zu sehen! Deshalb treffen wir uns trotz des Feiertags und damit leicht außerplanmäßig zu unserer karfreitäglichen Runde durch Schöneberg, zur österlichen Kiez-Kneipen-Tour.

    Ob wir nun tatsächlich in Kneipen oder Bars einkehren, hängt davon ab, wie alt am morgigen Freitag der Jüngste unter uns ist. Deshalb zieht euch bitte warm an, damit wir notfalls für unseren Spaziergang durch das schwule Epizentrum auch einfach am Späti Fanta oder Malzbier ziehen können.

    Wichtig: Einhaltung der Straßenverkehrsordnung und keine mutwillige oder fahrlässige Beschädigung von Fahrrädern anderer Gruppenbesucher!

    Wir treffen uns pünktlich 20 Uhr im Mann-O-Meter und ziehen dann fix los, bevor Mann-O-Meter dann schon um 21 Uhr schließt.

    Vorfreudige Grüße sendet
    Stefan

     

    Foto (c) St.Engel

     

  • „Call me by your name“ – Kinotickets gewinnen!

    ©Sony Pictures

    Hallo Jungs,

    die diesjährige Berlinale ist vorbei. Habt ihr alle Filme gesehen? Natürlich nicht, oder?!

    Zum Glück kommen einige Filme nach der Berlinale doch noch ins „normale“ Kino. Wenn auch erst über ein Jahr später. Einer dieser Filme ist „Call me by your name“, der 2017 auf der Berlinale vorgestellt wurde und ab 1. März bei uns in den Kinos läuft.

    Es ist eine Geschichte, wie sie uns allen hätte wiederfahren können: Sommer in Italien. Villa. Intellektuelle Eltern. Und was macht man da als 17-Jähriger? Klar, klassische Musik, transkribieren und vielleicht ein bisschen mit der Freundin flirten…

    ©Sony Pictures

     

    Ups, mit der Freundin? Und das hier in einem schwulen Blog? Ja, wartet ab!

     

    Denn es gibt da noch den 24-jährigen Praktikanten des Vaters, der für sechs Wochen im gleichen Haus wohnt. Zwischen beiden entwickelt sich eine Beziehung, von der sonst kaum jemand etwas mitbekommen darf. Und wie heißt es so schön in der kurzen Inhaltsangabe des Filmverleihs: „Inmitten jener prächtigen, sonnengetränkten Szenerie entdecken Elio und Oliver die berauschende Schönheit aufblühenden Verlangens im Verlauf eines Sommers, der ihre Leben für immer verändern wird.“

    Wie geht die Geschichte weiter? Also nicht im Buch und im Film, sondern in eurer Vorstellung! Schickt uns eure originelle, aufblühend witzige oder dramatische Idee zum Ausgang dieser Romanze an jugend@mann-o-meter.de. Die schnellsten unter euch werden belohnt, denn wir haben 3×2 Freikarten zu vergeben! Und alle anderen kommen auch ins Kino mit, wenn es heißt:

    Call me by your name

  • Jungschwuppen Mittwochsclub am 10.1.18

    Hallo Jungs,

    der Januar ist in diesem Jahr irgendwie ganz schön trist. Kein Schnee, nicht wirklich kalt, dafür aber recht dunkel und trübe. Ok, es regnet nicht dauerhaft in Strömen, das ist ja schon mal etwas. Dennoch provoziert diese Jahreszeit leichte Ausbruchsgelüste, oder nicht? Angenommen den Fall, es gäbe – ganz hypothetisch und im anzuprangernden Konjunktiv gesprochen – also es gäbe sie, die Möglichkeit einer Insel, egal ob tatsächlich als Eiland umgeben von Wasser oder nur in unseren Gedanken. Sonnig oder warumgrausepia, Hauptsache erholsam und irgendwie wärmend. Was wäre eure Insel, wie sähe sie aus? Strand und Sonne? Blumen und Vögel? Eis und klare Kante? Immer Vollmond?

    Lasst uns gedanklich ausbrechen aus diesem gerade begonnenen Jahr, nur um gleich wieder zurückzukehren zu den ganz irdischen Konstellationen. Wir haben nämlich an diesem Mittwoch den Gruppenraum im Mann-O-Meter für uns und ich möchte euch dazu einladen, mal zu schauen, was bei den Jungschwuppen im Moment richtig gut läuft, was schwierig ist, wo es Probleme gibt und wie man am besten mit ihnen umgeht. Ihr seid deshalb noch zahlreicher als sonst eingeladen, denn es geht darum, wie eure schwule Jugendgruppe in Berlin auch in Zukunft offen für Querdenker und -schießer, Zurückhaltende, Lautstarke, neue Besucher, alte Besucher und alle anderen ist. Wir starten wie gewohnt am Mittwoch um 18 Uhr!

    Ich freue mich auf euch und eine hoffentlich anregende und konstruktive Diskussion!

    Stefan

  • Romeo & Julius am 29.12.: Spieleabend

    Hallo Leute,

    viel ist in Bewegung, am Wochenende sogar die Jahreszahlen. Weihnachten ist vorbei, die großen und kleinen Konflikte in der Familie sind entweder geklärt, werden über die folgenden 12 Monate weiter bearbeitet oder schwelen einfach noch ein Jahr. Was soll’s! Willkommen zurück bei Romeo & Julius. Natürlich auch nie ganz stressfrei, wie sollte es anders sein. Wer sich also familiär gestählt und in Konflikten gestärkt hat, der ist natürlich herzlich willkommen zum letzten Spieleabend in diesem Jahr! Und auch alle anderen, die weniger streitfreudig daherkommen, sind eingeladen. Warum auch nicht?

    Habt ihr neue coole Spiele am Start? Twister? Tabu für Erwachsene? Mitbringen! Hier gibt es ansonsten wie immer alles, was Standard ist 🙂

    Wir treffen uns wie immer am Freitag um 20 Uhr im MOM. Und dann geht’s los!

    Es freut sich auf euch alle der Chef himself
    Stefan

    Bild von www.flickr.com/photos/gazeronly

  • Romeo & Julius am Freitag, 8.9.: Politikcafé@Mann-O-Meter

    Hallo Jungs – und diesmal auch Mädels, Menschen, Personen und sonstwie Interessierte da draußen!

    „Politik? Ich hasse Politik!“ – So ist es häufig zu hören, gerade gestern wieder in meinen Ohren. Links und rechts. Besonders unter jungen Menschen gilt Politik nicht gerade als hip. Is was für alte Leute ab 30. Oder noch ältere. Da fällt mir eine Geschichte ein. Ach nee, das ist nicht mein Part. Ich liefere hier mal Argumente und Facts, not Fakes!
    Erst mal: Die Gesellschaft wird immer älter. Das heißt, dass sich Politik höchstwahrscheinlich, weil heiß auf Wähler_innenstimmen, eher an Älteren ausrichten wird. Was umgekehrt heißt, dass die jungen Menschen umso mehr die Klappe aufreißen und ihre Ansprüche und Forderungen deutlich machen müssen – nicht in Konkurrenz zu älteren Menschen, jedoch um gehört zu werden. Nicht immer reicht das schon. Meckern können erst mal alle, klar. Und außerdem dürfen noch nicht alle, die gemeinhin als jung gelten, schon wählen. Das geht bei der Bundestagswahl bekanntermaßen erst ab 18.

    Genau deshalb gibt es eben auch viele junge Menschen, die sich engagieren und ihre Meinung vertreten. Das geht nicht nur bei den Jungschwuppen, Lambda & Co., sondern auch bei – ähm – Greenpeace. Gibt’s die noch? Naja, oder Demo gegen Kohlestrom, Nazis, Atomkraft, Nazis und so weiter. Doch auch die politischen Parteien sind gar nicht so schlimm wie man denkt. In allen können sich junge Menschen engagieren. Das ist manchmal mühsam, ja, und das ist Demokratie. Möglichst viele Stimmen zu hören, keine Meinung ungeachtet zu lassen, Kompromisse auszuloten, sich manchmal auch mit knallharter Mehrheit durchzusetzen oder auch mal eine Abstimmung zu verlieren – das kann anstrengend oder zermürbend sein, aber es lohnt sich am Ende doch.

    Wir haben – auch in Vorbereitung auf die Bundestagswahl – an diesem Freitag etwas Besonderes vor. Wir öffnen unsere Runde und laden nicht nur junge schwule und bisexuelle Männer ein, sondern auch die Besucher_innen anderer junger queerer, lesbischer und schwuler Organisationen in Berlin. Und wir haben Vertreter_innen der Parteien des demokratischen Spektrums zu Besuch, junge Vertreter_innen! Sie diskutieren mit euch über aktuelle LGBTQ*-Themen. Einen ersten Einblick bieten vielleicht die Wahlprüfsteine des LSVD. Organisiert wird das Ganze von den Macher_innen vom PolitikCafé (www.politikcafe.org). Und ihr seid eingeladen! Egal, ob ihr nur lauschen wollt oder mitdiskutieren wollt.

    Freitag, 8.9., 20 Uhr
    Mann-O-Meter, Bülowstr. 106 (U Nollendorfplatz)
    PolitikCafé@Jungschwuppen

     

  • Romeo & Jungschwuppe am 22.7.: CSD!

    CSD-Truck mit Siegessäule

    Liebe Freunde, liebe Feiergemeinde,

    es ist wieder so weit, der alljährliche CSD-Umzug steht an und wir sind diesmal gut zu Fuß, nicht wie auf dem Foto von vor zwei Jahren mit fettem Truck. Naja, ein bisschen Bewegung hat ja noch keinem geschadet. Und so sind wir auch viel flexibler. Mal stehen bleiben, weil jemand auf Toilette muss, der nächste will kurz am Rand telefonieren, ein anderer wartet noch auf einen Freund, der nächste braucht dringend mehr Fanta und sucht am Wegesrand. Großgruppen auf Großveranstaltungen sind für die einen der ultimative Lackmustest freundschaftlicher Verbindungen. Wer das schafft, hat das Zeug für mehr. Für die anderen ist es einfach der blanke Horror. Wir möchten versuchen, alle und alles unter einen Hut zu bekommen und laden euch deshalb ein, euch ganz zentral in der Jungschwuppen-Hochburg am Nollendorfplatz, bekannt als Mann-O-Meter, mit uns zu treffen, um dann gemeinsam loszuziehen. Wer wie lange bis wohin zusammen bleibt, das werden wir dann sehen. Fest steht: Samstag, 13 Uhr, Mann-O-Meter – und dann warten wir auf den Zug!

    Wir freuen uns auf einen bunten, hoffentlich regenarmen Tag, der nicht nur Party und Musik bedeutet. Denn allein die Tatsache, dass nicht-heterosexuelle Menschen öffentlich derart in Erscheinung treten (und das in Berlin meist auch können), ist an sich schon etwas sehr politisches. Oder?

    Liebe Grüße und vielleicht bis gleich
    Eure AG Jugend im Mann-O-Meter

     

  • Jungschwuppen Mittwochsclub am 3. Mai: Reden ohne Angst

    Hallo in die Runde,

    der Mittwoch dieser Woche fällt auf den 3. Mai. Und das ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Die ist bei uns selbstverständlich, denn eigentlich ist klar, dass jede und jeder das Recht hat, die eigene Meinung vertreten, wann und wo sie oder er das möchte. Sei es nun gedruckt auf Seite 1 ins der Zeitung oder auch in einem kleinen Internet-Blog wie diesem hier. Ok, Beleidigungen, Verleumdungen und Hass sind auch hierzulande Grenzen. Diese Grenzen dienen dem Schutz derjenigen, über die geschrieben wird. Aber in vielen Ländern auf der Welt sieht es bei weitem nicht so rosig aus. Da werden Journalisten inhaftiert, Internetseiten blockiert und Fernsehsender gestürmt, die nicht die Meinung der Herrschenden teilen. Es ist erstaunlich und bewundernswert, dass immer noch so viele Menschen ihre Meinung äußern und zu verbreiten suchen, obwohl ihnen übelste Repressalien drohen.

    Damit wären wir beim dieswöchigen Thema für den Mittwochsclub. Nee, jetzt nix mit Repressalien. Aber auch jedem von uns kann es im Alltag passieren, dass er in Situationen gerät, in denen es einem im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlägt. Manchmal ist man einfach nur fassungslos ob bestimmter Ereignisse oder Vorgänge. Manchmal aber hat man einfach auch Angst, etwas zu sagen, weil man die Folgen dessen nicht abschätzen kann – und hält lieber die Klappe. In was für Situationen ging es euch schon mal so? Oder habt ihr euch schon mal gute Chance verpasst oder einen guten Eindruck verspielt, weil ihr den Mund nicht halten konntet – getreu dem Spruch Si tacuisses, philosophus mansisses – Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben…

    Wir treffen uns wie immer am Mittwoch um 18 Uhr im Mann-O-Meter!

    Stefan