Jungschwuppen Mittwochsclub am 10.08.2016: „Der ganz normale Alltagswahnsinn!“
Kategorien: Allgemeines, Jugendarbeit, Jugendbereich Mann-O-Meter, Jungschwuppen Mittwochsclub, Kommentar und Position, Schwul, Sexualpädagogik, VeranstaltungKeine Kommentare zu Jungschwuppen Mittwochsclub am 10.08.2016: „Der ganz normale Alltagswahnsinn!“Romeo und Julius am 05.08.: Heut‘ wird aufgeräumt im Begriffe-Urwald: SM & BDSM!
Sehr verehrte Gäste und Gästinnen*,
bizarrer Titel, bizarres Thema? Nein, eigentlich nicht! Dieses Freitag soll es in unserem Themenabend um SM & BDSM gehen.SM. BDSM. Schmeißt man diese Begriffe in den Raum, so werden eigene Menschen mit den Abkürzungen wenig oder nichts anfangen können. Anderen schießen sofort Bilder, Vorstellungen, Gerüchte in den Kopf. Wir wollen Licht ins Dunkel bringen und das Halbwissen- und Begriffechaos einmal aufräumen.
„Was bedeutet das? Wo fängt SM an und wo hört es auf? Warum machen „die“ das? Stimm es, was ich da gehört habe zu …?“ und so weiter können typische Fragen lauten, mit denen wir uns ab 20:00 Uhr im Mann-o-Meter beschäftigen werden.
Keine falsche Scheu. Ich freu‘ mich auf Euch!
Flo
Jungschwuppen Mittwochsclub am 18. Mai: Nach dem IDAHOT ist vor dem IDAHOT
Hallo Jungs,
heute ist der 17.5. – der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie und Biphobie. Heute sind weltweit Aktivist_innen unterwegs, um auf Diskriminierung, Stigmatisierung und Unterdrückung von sexuellen Minderheiten aufmerksam zu machen.
Was hat das mit uns zu tun? Ist nicht in Deutschland schon alles erreicht? Kann man denn nicht eigentlich – gerade in Berlin – alles machen, worauf man Lust hat? Mit viel Augenzudrücken und Wegsehen können wir das nicht einmal für Schwule und Bisexuelle behaupten, die außer ihrer sexuellen Orientierung keine weiteren Diskriminierungsmerkmale haben. Nein, die Lebenspartnerschaft ist keine Ehe und damit nicht vom Grundgesetz geschützt. Nicht-heterosexuelle Lebensgemeinschaften können nicht so einfach Kinder adoptieren. Und auch in der Gesellschaft ist alles nicht so easy. Nur 57 % haben in Deutschland kein Problem damit, wenn ein_e Kolleg_in schwul oder lesbisch ist. Was ist mit den restlichen 43 %??? Was ist mit den zahlreichen schwulenfeindlichen Übergriffen in Berlin und dem Rest Deutschlands, von denen nur ein Bruchteil statistisch erfasst werden? Alles ganz entspannt?
Häufig geben sich die Deutschen ja als Vorreiter in vielerlei Hinsicht – gern auch in moralischer. Das lässt sich sicherlich auch immer wieder gut begründen und nachvollziehen. Aber gerade wenn es um die aktuelle Situation von LSBTIQ* geht, stehen wir in Deutschland vielen anderen Ländern noch in vielem nach. Und auch bei der Aufarbeitung vergangenen Unrechts läuft es nicht wie geschmiert. Dafür steht der Anfang der 90er abgeschaffte Paragraf 175 (Eselsbrücke zum 17.5.!) des Strafgesetzbuchs. Er stellte Sex zwischen Männern (ja, nur „schwulen“ Sex!) seit 1871 unter Strafe, wurde unter den Nazis verschärft und nach dem 2. Weltkrieg unverändert ins Strafgesetzbuch der (alten) Bundesrepublik übernommen. Die Männer, die unter den Nazis nach § 175 verurteilt wurden, wurden rehabilitiert, die Urteile aufgehoben. Wohlgemerkt erst 2002. Alle Männer, die nach 1945 und bis 1969 nach dem gleichen Paragrafen verfolgt wurden, warten bis heute darauf, dass das ihnen angetane Unrecht anerkannt wird und sie rehabilitiert werden – so sie denn noch leben. Ein Armutszeugnis für die Politik!Was meint ihr? Reicht es da, bunte Ballons steigen zu lassen und Regenbogenkuchen zu naschen? Oder müssen Schwule, Lesben, Trans* und queere Menschen viel aktiver werden? Darüber – und auch über die Kuchenfrage – können wir morgen sprechen. Und uns trotz allem über das hoffentlich bessere Wetter freuen! Mit diesen unpolitischen Worten lade ich euch zum dieswöchigen Mittwochsclub ins Mann-O-Meter ein – wie immer um 18 Uhr!
Bis dann,
Stefan
Dirk Ludigs
Kategorien: Allgemeines, Jugendarbeit, Jugendbereich Mann-O-Meter, Jungschwuppen Mittwochsclub, Kommentar und Position, Schwul, Termine Jungschwuppen MittwochsclubJungschwuppen Mittwochsclub am 27. Januar ’16: Verspätung
Hallo Jungs,
wer kennt das nicht? Man denkt, alles gut geplant zu haben, die Dinge im Griff zu haben, dass nix passieren kann. Und dann? Mist, da war ja noch dieser Blogeintrag, die Ankündigung und Einladung für den und zum dieswöchigen Mittwochsclub. Warum erst jetzt? Einfache Antwort: Verspätung! Das ist nicht schön und selten höflich, ja. Aber es kommt tagtäglich und immer wieder vor. Und kaum einer, der nicht selbst mal etwas vergisst, verpeilt oder verplant.
Wie geht es euch, wenn euch klar wird, ihr kommt zu einer Verabredung oder einem Termin zu spät? Ihr steht auf der S-Bahn-Station, es ist 16:25, ihr müsst um 16:30 da sein, habt noch 20 Minuten Weg vor euch und dann das:

Langsam stärker werdendes Herzklopfen, verzweifelte Anrufversuche, kalter Schweiß? Oder ganz entspannt im Kopf schon die originellsten Ausreden durchgehend? Ich zumindest, als ich meiner Schusseligkeit heute Vormittag gewahr wurde, nämlich der, dass ICH gestern mit dem Blogeintrag dran war und keiner meiner ansonsten meist sehr zuverlässigen Kollegen, ich zumindest bin ganz schnell ins Büro geeilt, um euch diesen kleinen Eintrag zu erstellen, der ja eigentlich das Ziel verfolgt, euch zum heutigen Jungschwuppen-Mittwochsclub ins Mann-O-Meter einzuladen. Los geht es wie immer um 18 Uhr und es erwarten euch Tim und – ganz reumütig – Stefan!
Bis später!
Foto von: www.flickr.com/photos/schockwellenreiter
Kategorien: Allgemeines, Jugendarbeit, Jugendbereich Mann-O-Meter, Jungschwuppen Mittwochsclub, Kommentar und Position, Schwul, Termine Jungschwuppen MittwochsclubRomeo & Julius am Freitag, 18.12.: Weihnachtsfeier
Zur Feier des Tages gibt es in diesem Jahr vier Blogeinträge zur Weihnachtsfeier. Wer herausfindet, welcher Versuch von welchem Gruppenleiter stammt, der darf beim Wichteln anfangen oder weitermachen. Also strengt euch an!
(Weiter geht es unter dem Bild mit dem Baum…)

Versuch Nr. 1:
Hey Leute, morgen findet bei uns MOM die Jungschwuppen Weihnachtsfeier statt. Es gibt Glühwein, Kinderpunsch und was zu essen! Außerdem wird es ein Weihnachtswichteln geben, dazu bring ihr einfach einen Gegenstand (altes Sexspielzeug, gebrauchte Zahnbürste, …) mit, den Ihr nicht mehr Braucht und packt ihn schön ein. Wir treffen uns wie immer am Freitag um 20 Uhr im MOM!
Ich freue mich auf Euch!
Versuch Nr. 2:
Schw*lu*n. Ups … Wir wurden Diversity-delegiert für morgen einen Blogeintrag in unseren Stil zu schreiben. Steviesk liegt es mir natürlich auf der Zunge – Anspielungen unbeabsichtigt – drei ‚*‘ hin zu klatschen, denn, „(dein) Stil entspricht nicht den Communityrichtlinien. “
Ja, ja, irgendwo gebe ich schon zu, es gibt wohl einen Unterschied zwischen Stil und Stil/-voll. Also, Schreibblock raus: „Gute Vorsätze zwei 16: Unterschied lernen. “
Aber bis dahin sind ja noch paar Tage, also zelebrieren wir weiter die Stil-Diversity, und beenden das Jahr so wie es angefangen hat: Bunt, fröhlich und stillos-stilvoll. Und wo geht das besser als bei unserer Weihnachtsfeier? – Freitag, 20 Uhr, Mann-OOO-Meter!
P.S.: Schrottwichteln nicht vergessen! (Ich schau schon mal in mein Informatik-Bücher-Regal. Also known as „das Schrott-Regal“)
Versuch Nr. 3:
Hallo Jungs,
wir wollen den letzten Freitag, den wir dieses Jahr im MOM haben, mit euch gemeinsam feiern. Also nicht den Freitag, logisch, aber dafür die bevorstehenden Feiertage. Also die Tage, an denen wir feiern, wollen wir im Voraus feiern. Und das, obwohl wir die Tage, an denen wir die Feiertage im Voraus feiern, nicht gefeiert haben. Ihr seht, da gibt es einiges nachzuholen! Und vorzufeiern. Also ganz traditionell unterm Baum versammelt: Der Kinderpunsch, die Wichtel und wir.
Die Fakten:
- Freitag, 20 Uhr, Mann-O-Meter,
- Weihnachtsfeier,
- Wir bereiten Glühwein und alkoholfreien Punsch zu,
- Ihr bringt etwas Salat, ein paar Würstchen oder Kekse mit,
- Alle bringen ein Geschenk mit, schön in eine alte Bild-Zeitung eingewickelt – etwas, das ihr nicht mehr benötigt, was aber durchaus für andere Leute noch von beträchtlichem Wert sein könnte.
- Gute Laune schadet nicht!
Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit euch zumindest das freitägliche Jahr ausklingen zu lassen 😉
Versuch Nr. 4:
Hey Jungs!
Das Jahr geht zu Ende und wir von den Jungschwuppen WIIIIR, die Jugend, die adoleszenten Jüngelchen der schwulen Welt, lassen es uns natürlich nicht nehmen eine Weihnachtsfeier zu feiern! Mit allem was dazu gehört: Plätzchen, Glühwein, SAFTorangen und würzigen ZimtSTANGEN. Wir öffnen noch das ein oder andere Türchen. So ganz nach dem Motto: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!“
Außerdem haben wir etwas ganz Besonderes vor: Wir wollen schrottwichteln!!!111 Das heißt: Greift euch die hässlichen Porzelanengel von Oma, die Knetmasse aus der Grundschule oder die abgelaufenen Kondome aus eurem Nachtschränkchen (damit können wir den Weihnachtsbaum schmücken). Packt eure Schätze schön in Zeitungspapier ein und das Wichteln wird ein großartiges Erlebnis für alle!
Wir geben ALLES und deswegen sind wir allesamt Gruppenleiterchen auch am Start! Jakob, Tim, Steven, Stefan und Martin freuen sich auf Euch! Ihr kleinen Zimtschnecken!
Wir treffen uns wie immer am Freitag um 20 Uhr im MOM!
Und, habt ihr es gecheckt?
Kategorien: Allgemeines, Jugendarbeit, Jugendbereich Mann-O-Meter, Kommentar und Position, Schwul, Termine Jugendgruppe Romeo & Julius, VeranstaltungTags: Berlin, essen, freitag, freizeit, freizeitgruppe, homosexualität, Jakob, jugend, Jugendarbeit, jugendbereich, jugendgruppe, jugendgruppen, junge erwachsene, Jungs, kennen lernen, mann-o-meter, Martin, Möchtegern, romeo & julius, Schöneberg, Schwul, schwule Jugendgruppe, spaß, Stefan, Steven, Tim, Veranstaltung, Weihnachten, WinterJungschwuppen Mittwochsclub am 7.1.2015: Eine Woche neues Jahr. Welche Vorsätze sind schon gekippt?
Hallo Jungs,
das neue Jahr hat uns eigentlich schon fest im Griff. Wer erinnert sich schon noch an Silvester? Und wer weiß überhaupt noch, was er sich vor knapp einer Woche alles vorgenommen hat?
Wir wollen unseren ersten Mittwochsclub in diesem Jahr nicht dazu nutzen, uns gegenseitig zu erzählen, welche ach so tollen Vorsätze mit uns in das neue Jahr gestartet sind, um dann romantisch schwelgend in das schöne „Wäre-doch-schön-wenn…“-Feeling zu verfallen, sondern mal gucken, was innerhalb einer Woche schon schief gegangen ist. Vielleicht hat der eine oder andere dann ja einen Tipp parat, was der „Gescheiterte“ hätte besser machen können. Und dann kommen wir vielleicht doch noch zu genau den Vorsätzen, deren Umsetzung bislang wunderbar geklappt hat. Was meint ihr?
Wir laden euch – egal wie doll ihr eure Vorsätze durchzieht – zu Kola, Kaffee, Kakao und Lebkuchen (häh???) ins Mann-O-Meter ein. Und zwar wie immer Mittwoch, 18 Uhr. Das haben wir uns ganz fest vorgenommen!
Kategorien: Allgemeines, Jugendarbeit, Jugendbereich Mann-O-Meter, Jungschwuppen Mittwochsclub, Kommentar und Position, Schwul, Termine Jungschwuppen MittwochsclubJungschwuppen Mittwochsclub am 17.12.: Letzte Tankstelle vor Weihnachten
Liebe Jungschwuppis und Mittwochsclubber,
es ist tatsächlich fast durch, um, aus und vorbei, das Jahr. Unser letzter Mittwochsclub 2014 steht vor der Tür und so, wie es aussieht, wird er noch einmal ein kleines Highlight vor der großen Romeo-und-Nikolaus-Weihnachtsfeier am Freitag. Denn wer in unserem E-Mail-Verteiler ist, wird schon gelesen haben, dass sich in dieser Woche eine Gruppe junger schwuler, lesbischer, trans*, queerer usw. Leute aus Belarus in Berlin befindet. Sie wird am Mittwochnachmittag das Mann-O-Meter besuchen und danach je nach Lust und Laune zum anschließenden Mittwochsclub um 18 Uhr da bleiben.

Späti in Minsk. Neben Gebäck, kalten oder heißen Getränken, lustig-gutgelaunten Gruppenleitern und Endjahresnostalgie gibt es in dieser Woche also einen weiteren Grund, beim Mittwochsclub vorbeizuschneien (ohne Schnee): den allseits stets hochgelobten interkulturellen Austausch. Also auf höchstem Niveau Themen der Weltpolitik besprechen. Oder aber einfach nette Leute kennenlernen, die bestimmt mal andere Storys zu erzählen haben, als wir sie in und aus unserem Berliner Alltag von uns selbst kennen. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich ja aus Interesse auch die eine oder andere transnationale Freundschaft 🙂
Wie dem auch sei, wir haben immer noch einen Weihnachtsbaum, ausgesessene Sofas, Humor und einen Grundstock an Leckereien und würden uns deshalb freuen, euch am Mittwoch um 18 Uhr im Mann-O-Meter begrüßen zu dürfen!
Es winkt und grüßt: Stefan
Foto von www.flickr.com/photos/1v0
Kategorien: Allgemeines, Jugendarbeit, Jugendbereich Mann-O-Meter, Jungschwuppen Mittwochsclub, Kommentar und Position, Schwul, Termine Jungschwuppen MittwochsclubGruppenstunde der Brotsexuellen mit Alten-Besuch im spanischen Keller
Hi Jungs,
hier wieder das Neuste von mir aus Madrid:-)
Nachdem ich beim letzten Mal mit der madrilenischen Jugendgruppe feiern war, gab es diesen Samstag ein Treffen, das bei uns im Mann-O-Meter einem Themenabend entsprochen hätte. Hier in Madrid ist es allerdings so, dass sich die Gruppe immer zu „Themenabenden“ trifft und Aktivitäten wie Kochen oder sportliche Betätigung jeglicher Art eher in der Zeit nach der Gruppe stattfinden.
Am vergangenen Samstag ging es zunächst um die Klärung der Begriffe Geschlecht, Gender und Orientierung. Hierbei war es teilweise gar nicht so einfach, eine treffende Definition (auf Spanisch) zu finden. Im zweiten Schritt sammelten wir Begriffe, die den einzelnen Oberbegriffen zugeordnet wurden. Hierbei hat der Gruppenleiter Santiago immer wieder betont, dass wir von der in Spanien gängigen Definition der Begriffe ausgehen und diese nicht in jedem (europäischen) Land gleich ist. Ich habe jedoch keine Unterschiede zu den deutschen Definitionen feststellen können.
Lustig wurde es dann, als wir über die Orientierung sprachen. Da es sich um eine Gruppe handelt, die für Menschen jeglicher sexuellen Orientierung offen ist, bezeichnete sich ein Mädchen als „Pansexuell“. Dies bedeutet, dass ein Mensch hinsichtlich der sexuellen Orientierung keine Vorauswahl abhängig vom Geschlecht trifft, sondern in der Lage ist, sexuelle Anziehung und romantische Gefühle gegenüber Menschen jeglicher Geschlechtsidentität zu empfinden. Das lustige daran ist, dass „pan“ auf Spanisch „Brot“ heißt. Dadurch treten bei der Gruppenteilnehmerin oft große Missverständnisse bei unwissenden Personen auf, wenn sie sich „outet“, sie sei „Brotsexuell“ (der Phantasie seien hier keine Grenzen gesetzt).
Nachdem die Begriffe definiert waren und die älteren Gruppenteilnehmer (ca. 40 Jahre), die später kamen und früher gingen, ohne ein Wort zu sagen, den Raum verlassen hatten (sehr komischer Auftritt, der aber vom Gruppenleiter nicht hinterfragt wurde), gingen wir zum gemütlichen und informellen Teil des Abends über. Der Gruppenraum befindet sich in einem schön eingerichteten alten Kellergewölbe mit einem Rundbogen als Decke. Wir stellten die Tische und Stühle zu einer langen Tafel zusammen, holten Falafel und Getränke für alle und legten Musik auf. Die grellen Wandlampen wurden kurzerhand mit der Regenbogenflagge abgedunkelt und schon war es super gemütlich…
So viel von mir aus Madrid.
Liebe Grüße und Spanien olé,
Euer Jannis
Hey Leute, wenn ihr das gelesen habt, wird sich euer Leben komplett verändern!
… ok, nicht ganz, aber es wird sicherlich ein bisschen schöner, weil ihr vielleicht mal kurz gelächelt haben werdet. Jannis, seines Zeichens Jugendgruppenleiter bei den Jungschwuppen, hat sich aus dem fernen Madrid gemeldet, und berichtet von seinen ersten Eindrücken. Doch lest selbst…
Hi Jungs,
ich bin nun seit knapp zwei Wochen als Erasmus-Student in Madrid und will Euch hier von meinen ersten Eindrücken der schwulen Szene rund um das berühmte Viertel „Chueca“ berichten.
Die ersten beiden Nächte verbrachte ich, da ich noch auf der Suche nach einer WG war, in einem Hostel in der Nähe des Viertels „Tribunal“. Neben Chueca, dem bekanntesten Schwulenviertel, sind auch Tribunal und Lavapiés in der Szene bekannt. In Lavapiés sind, wie ich gehört habe, eher die Hipster-Schwulen und es gibt auch viele besetzte Häuser.
Tribunal und Chueca gehen nahtlos in einander über und ich machte mich schon am ersten Abend zu Fuß von meinem Hostel in Tribunal auf den Weg nach Chueca. Das Viertel gefiel mir auf Anhieb super, denn es gibt viele Bars und große Plätze, wo die Leute einfach sitzen und man dem bunten Treiben zuschauen kann. Mir fiel auf, dass sehr viele schwule und auch lesbische Paare Hand in Hand oder eng umschlungen auf den Straßen unterwegs sind.Als ich in den folgenden Tagen die ersten Kommilitonen im Sprachkurs kennenlernte, beschlossen wir abends die Spanische Bar- und Tapas-Kultur zu erkunden. Nachdem wir eher unfreiwillig in den typischen Touristenläden gelandet waren, haben wir uns entschieden, in die dunkleren aber nicht weniger vollen Seitenstraßen abzubiegen und fanden uns dann auch sehr schnell in Chueca wieder. Einige Jungs aus meiner Gruppe wirkten ein wenig verstört, als wir von einer Drag Queen und mehreren Transen in die Clubs am Straßenrand gebeten wurden. Vor allem die männlichen Kommilitonen wirkten auf einmal ziemlich nervös und wollten möglichst schnell wieder in ein anderes Viertel.
Ich dachte mir, dass ich wohl mit einer LGBT-Gruppe wieder nach Chueca und Umgebung kommen muss. Dies tat ich dann auch am folgenden Abend:
Hier in Madrid gibt es, wie in Berlin, viele Jugendgruppen. Ich entschied mich, zur LGBT-Gruppe „Cogam“ zu gehen. Zunächst sah es so aus, als hätte ich Pech, denn außer mir war nur ein anderer Junge da und man sagte uns im sehr unscheinbaren Büro, dass die Gruppe ausgerechnet an diesem Samstag ausfallen sollte. Wir bekamen jedoch die Telefonnummer einer der Gruppenleiterinnen und riefen sie kurzerhand an. Sie war zufällig in der Stadt und hatte Zeit und Lust sich mit uns zu treffen. Nach und nach riefen immer mehr Leute an und kamen dazu. Wir saßen zunächst lange auf dem Platz direkt an der Metro Chueca und sprachen über die Vor- und Nachteile von offenen Beziehungen. Ich stellte fest, dass das auf Spanisch gar nicht so einfach ist :). Dann ging es weiter in eine Bar, in der Bier und Cocktails in riesen Bechern ausgeschenkt werden. Es war ziemlich laut und das eifrige Kickern, bei dem wir ganz vorne mit dabei waren, trug maßgeblich dazu bei.
Plötzlich packte uns die Feierlaune und wie aus dem Nichts konnte einer aus der Gruppe sechs VIP Bändchen für die angesagteste schwule Party des Abends besorgen. Wir gingen ins „PK2“, was auf Spanisch ausgesprochen „Pecados“ heißt und „Sünden“ bedeutet… Wir marschierten mit unseren VIP-Karten an der Warteschlange vorbei und waren bald im Club. Er erinnerte mich von der Location her ein bisschen ans GMF, war aber deutlich größer.
Es lief größtenteils Dance und Pop und wir feierten bis in die Morgenstunden und hatten viel Spaß. Es gab auch einige Transen und der erste schwule Ausgehabend war insgesamt ein voller Erfolg.Normalerweise trifft sich die Gruppe Cogam jedoch eher zum Diskutieren von Szenerelevanten Themen (Diskriminierung, Adoptionsrecht, Homophobie). Es gibt als keine Koch- Kino- oder Cruising-Infoabende wie bei Mann-O-Meter. Das Ausgehen, was wir in dem Fall zum Hauptthema des Abends gemacht haben, verlagert sich normalerweise, wie bei Mann-O-Meter, auf die Zeit nach der Gruppe.
Das waren meine ersten Eindrücke aus der Madrider Schwulenwelt.
Sonnige Grüße aus Spanien,
Euer Jannis
Romeo & Julius am Freitag, 12.09.: Jungschwuppen ante portas – Mal vorfolsen: Kiezkneipentour
FFF – Frohes Folsom Fest!
Hey Jungs,
Abkürzungen haben es ja manchmal richtig in sich. Und sind aus der Datingmaschinerie vieler schwuler Männer (aber auch Hetero-Menschen, gibt es ja auch) nicht wegzudenken. DD, PP, FF, ohne BBB, AVp, OVa und haste nicht gesehen.
Das kommende Wochenende bereichert unseren Abkürzungsschatz insbesondere im Bereich SM, CBT, TT und so. Schon wenn man heute durch den Nolle-Kiez läuft, kann man die wegen des Folsom-Straßenfests Angereisten genau erkennen. Vornehmlich dunkle Klamotten, häufig Leder, Gummi oder Military, gern versucht-sexy. Wir wollen uns an diesem Freitag bei einer kleinen, aber feinen Kiezkneipentour ins Getümmel werfen.

Frei nach dem Motto: „Es muss nicht immer Prosecco sein, Cola light ist auch ganz schön männlich!“ treffen wir uns wie immer um 20 Uhr im Mann-O-Meter, um uns dann mit Schmackes an die Fetisch-Touris ranzuschmeißen.
Es freut sich schon ganz zappelig – Ich (Stefan)
Kategorien: Allgemeines, Jugendarbeit, Jugendbereich Mann-O-Meter, Kommentar und Position, Schwul, Termine Jugendgruppe Romeo & Julius

