Hey Leutis,
ich hoffe, euch geht es soweit gut.
Diesen Satz schreibe ich, seitdem ich Jugendgruppenleiterin bin und wird, mit diesem Blockeintrag ein letztes Mal von mir verfasst.
Vor 3 Jahren war ich das erste Mal im Mann-O-Meter bei der Jugendgruppe.
Damals noch als schwule, nicht binäre Person namens Hendrik. Für mich war das damals alles noch so neu. Eine Gruppe für männlich gelesene, schwule/queere Personen, bei der ich mich offen und sicher zeigen konnte und dafür nicht verurteilt wurde. Das kannte ich nicht und ich war so froh, diese Jugendgruppe für mich gefunden zu haben.
Ein halbes Jahr später habe ich die Rolle der Jugendgruppenleitung übernommen. In der Rolle bin ich richtig aufgeblüht und es hat mir so viel Spaß bereitet, mit euch gemeinsam mittwochs und freitags die Abende zu verbringen.
Letztes Jahr kam dann der finale Entschluss, mein Leben als Frau namens Glinda zu führen. Ein Lebensschritt, der vieles für mich änderte, aber den ich nicht länger verbergen wollte. Ich wollte endlich „Ich selbst sein“ und ein Leben als Frau führen. Die Jugendgruppe begleitete und unterstützte mich stets dabei, wodurch sich an der Arbeit als Jugendgruppenleiterin bisher nichts änderte.
Anfang des Jahres kam dann die Namensänderung auch auf dem Papier und ich begann mit der Hormontherapie, die meinen Körper zunehmend feminisiert.
Dabei hat sich meine Haltung zur Jugendgruppe so langsam aber sicher geändert und mich in den letzten Wochen zu dem Entschluss gebracht, dass es für mich Zeit wird, die Jugendgruppe zu verlassen und das Amt der Jugendgruppenleitung niederzulegen.
Versteht mich nicht falsch, aber ich bin nicht mehr der schwule nicht binäre Hendrik, der sich mit der Gruppe identifizieren konnte, sondern ich bin nun Glinda, eine Frau, die sich selbst vielleicht als heterosexuell beschreiben würde, I guess.
Es ist für mich einfach nicht mehr dasselbe, eine schwule Jugendgruppe als Frau zu leiten.
Daher ist die Zeit für ein neues Kapitel gekommen und dieses Kapitel zu schließen.
Ich habe in den drei Jahren Jugendgruppe so viel über mich lernen können, habe tolle Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und mich weiterentwickelt.
Dafür bin ich sehr dankbar!
Glaubt mir, der Abschied fällt mir nicht leicht, aber er fühlt sich für mich richtig an.
Lasst uns daher morgen bzw. heute (es ist bei mir gerade 00:25 Uhr) einen letzten gemeinsamen Abend verbringen und zusammen die letzten drei Jahre Revue passieren.
Ein letztes Mal werde ich euch ab 18:00 Uhr im Mann-o-Meter begrüßen und ein Heiß- oder Kaltgetränk eurer Wahl servieren.
Ich werde Kuchen mitbringen, ein bisschen Süßkram und auch Taschentücher, falls der Abschied emotional wird.
Fühlt euch gedrückt von mir. 🙂
Liebe Grüße
Glinda (Sie/Ihr)
Ps: Keine Sorge, ich werde nicht komplett aus der Welt sein und sicherlich hin und wieder auch mal im MOM vorbeischauen, aber eben nicht mehr als Jugendgruppenleiterin und wahrscheinlich weniger als Teilnehmerin.










