Kategorie: Kommentar und Position

  • „Schwule Sau“ – Der neue Hass auf Homosexuelle

    das wdr hat einen film mit dem titel „Schwule Sau“ – Der neue Hass auf Homosexuelle gemacht.

    ich habe gerade erst kurz rein geschaut, er scheint zwar leicht medial-hysterisch, aber eigentlich ganz spannend.

    man kann ihn sich online anschauen und runter laden unter:

    http://www.wdr.de/tv/diestory/videos/uebersicht.jsp

  • Artikelserie zu Homosexualität

    im Parlament, einer Wochenzeitung der Bundeszentrale für politische Bildung, ist auch stets eine politikwissenschaftliche Artikelserie, genannt: APuZ (Aus Politik und Zeitgeschichte), dieses mal zum Thema Homosexualität.

    stets sehr gut recherchierte Artikel, auch wenn einige der Autror_innen des öfteren mal fragwürdige Positionen haben, wie ich finde…

    Schaut es euch an unter:

    http://www.bpb.de/files/J32BRH.pdf

  • GayNow-Artikel: Was ist queer?

    Inhalt

      1. Der Begriff „queer“
      2. Komisch, seltsam, anders?
      3. Kein Thema für Reagan
      4. Queer Studies und der Queer Theory
      5. Sex und Gender
      6. Synonym für Lesben, Schwule und weitere Gruppen?
      7. Ein radikaler Begriff!

     

    „Queer ist heute in den Augen von vielen ein neudeutsches Wort für alles was mit sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität zu tun hat.

    Es ist eine Art sprachliches Sammelsurium der Randgruppen und in dem Sinne einfach praktisch, da hiermit ja alle inbegriffen sind und keine der verschiedenen Gruppen vergessen wurde. Andere sehen queer als homo-alternativ und wenn sie auf eine Indie-Party gehen wollen, meinen sie, dass eine „queer Party“ dem am ehesten gerecht wird.

    Den eigentlichen Hintergrund und die wirkliche Bedeutung von queer ist leider den wenigsten bekannt. Allerdings ist die klare Definition des Wortes schon als solches schwierig, da das Konzept dass hinter queer steckt im Grunde nicht definiert werden möchte. Aber fangen wir lieber ganz von vorne an.

    Wer ins Englischwörterbuch nach einer Übersetzung sucht findet als Ergebnis queer = komisch, seltsam, anders.

    Dies stimmt auch als ursprüngliche Bedeutung.

    Es wurde zu einem englischen Schimpfwort was dem us-amerikanischen „faggot“ ähnelt, also „Schwuchtel“ heißt. Ähnlich wie „schwul“ wurde queer von einem ursprünglich negativ konnotierten Begriff positiv umgedeutet. Queer wurde als kämpferische Selbstbezeichnung benutzt.

    In den späten 80er Jahren in den USA taten sich radikale Aktivist_innen  zusammen die sich einerseits von der Mehrheitsbevölkerung und andererseits von der Gay Community ausgegrenzt fühlten.

    Der Lesben- und Schwulenbewegung wurde unkritisches Verhalten in ihrem eigenen politischen Vorgehen vorgeworfen.
    Der Vorwurf war, dass sie teils als „ethnische Gruppe“ dargestellt wurden, die ganz klare Eigenschaften haben. Dieses Bild bestand aus bürgerlichen, gut-verdienenden lesbischen und schwulen Pärchen die sich nach Anerkennung durch die Gesamtgesellschaft sehnen. (mehr …)

  • GayNow-Artikel: Lesben- und Schwulenrechte in der Türkei

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    „Wir werden in der Schule von unseren Klassenkameraden, Lehrern und Vorgesetzten verstoßen, erniedrigt, verspottet und verprügelt. Unsere Lehrbücher und die Lehrinhalte versuchen uns glauben zu machen, das wir diese Angriffe verdienen.“ Dieser Satz stammt aus einer Pressemitteilung eines Treffens von Lesben und Schwulen in der Türkei und veranschaulicht ihre prekäre Situation. Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten, aber in fast allen sozialen Bereichen müssen Lesben und Schwule soziale Ächtung und Ausgrenzung fürchten. Das Thema Homosexualität gilt immer noch in den meisten sozialen Kreisen als Tabu.

    Zwar existieren vereinzelt schwul-lesbische Organisationen und in den Großstädten beginnt sogar langsam sich eine eigenständige schwul-lesbische Szene zu entwickeln, trotzdem sind sie enormer staatlicher sowie gesellschaftlicher Gewalt ausgesetzt.

    Human Rights Watch und türkische Menschenrechtsgruppen verweisen immer wieder auf Berichte, nach denen vor allem Schwule enormer physischer Gewalt ausgesetzt sind, einerseits von fundamentalistischen Muslimen denen beigebracht wird, es sei ein religiöser Akt Homosexuelle gewalttätig anzugreifen und andererseits von zumeist armen Jugendlichen denen erzählt wird, Schwule seien besonders reich und dekadent und daher gut aus zu rauben. (mehr …)

  • Cool-schwuler Blog = schwulbuch

    bereits der titel sagt alles …

    „Der Penis lügt nie: schwulbuch.blog.de
    Notizen aus einem schwulen Leben“

    ein amüsanter und zutiefst schwuler blog über das ganz bunte homo-leben in berlin:

    http://schwulbuch.blog.de/

    ich hatte auf jeden mal meinen spaß mit den cool-tuckigen beiträgen zu themen wie „Coming Autsch“, „Hosenherz“ oder „Neulich in einer Schwulendisko“…

  • Wie schwul bist du?

    ich habe gerade das wort schwul gegoogelt, weil ich wissen wollte was denn so die allmächtige suchmaschine so alles über „schwul“ weiß. ich bin auf einen wahnsinnig toll hirnigen homo-test gestoßen. also wie schwul bist du?

    http://www.testedich.de/quiz10/quizpu.php?testid=1096918995&katname=&katid=1080

    hier mein ergebnis:

    Hui, um die Hälfte als schwul beantwortet. Das heißt schon etwas. Hast wohl eine leichte feminine Art. Könntest auch bi sein – wir wollen ja nix überstürzen.

    also wem gerade mal langweilig ist, kann ja gerne mal etwas gehirnwixe 2.0 machen…. : )

  • neues CSD-Motto: „Normal ist anders“, also naja….

    vor kurzem hat sich das berliner csd-plenum getroffen und das neue motto auserkoren. das ober-thema wurde auf dem vorherigen plenum ausgewählt:  „normalität“. ich möchte die information hinzufügen, dass vor einer jeden motto-entscheidung alle, wirklich alle, die möglichkeit haben, einen vorschlag zu machen, und danach gibt es ein für alle öffentliches plenum, also schon wirklich basisdemokratisch und cool.

    da dachte ich mir, hmm… also das letzte motto war „stück für stück ins homo-glück“, ein eindeutiges verbal-diarrhöö und das davor war „hass du was dagegen“ auch jetzt nicht gerade homo-hit-verdächtig… aber da das ganze ja basis-demokratisch und so abläuft kann ich den guten organisierenden nichts vorwerfen, also kam ich zu dem entschluss, einfach selbst was auszudenken. aber ich gebe schon zu, dass ich weiß dass meine namens-kreationen mir zwar stets eine menge spaß bereiten, sie aber leider nie gerade massenkompatibel geschweige denn csd-vermarktbar sind (achtung subtile gesellschaftskritik!). aber trotzdem wollte ich mir den spaß nicht verderben lassen und habe einfach mal so tolle radikalinski-sprüche wie „fuck gender – be yourself“ und „frauen, männer, 2 geschlechter – alles scheiße“ vorgeschlagen. dies tat ich mit dem wissen, dass es zwar auf jeden fall abgelehnt wird, aber vielleicht stößt meine motto-thematik ja eine andere richtung an für das richtige motto.

    naja, dieses mal wurde nichts drauß mit großer veränderung, da „normal ist anders“ einfach mal so allgemein ist, dass schätzungsweiße niemand eine neue stoßrichtung im motto sieht, aber was soll ich tun… immerhin ein versuch

  • fussballer sind auch nur menschen …

    … ebenso wie schiedsrichter, fussballfans und trainer. und wie das unter menschen so gegeben ist, haben sie sex (mehr oder weniger). dabei kann es vorkommen, dass sie sex mit dem gleichen geschlecht haben. das kann auch bei schiedsrichtern, fussballern und trainern passieren. doch in einer der letzten bastionen wahrer männlichkeit, nämlich dem männer-fussball, wird geleugnet, dass es homosexuelle schiedsrichter, fussballer und trainer gibt. erst in letzter zeit verändert sich dieses bild ein wenig, doch die reaktionen aus den arenen sind fragwürdig. ein zeichen dagegen setzt zumindest teilweise der dfb. und nun bestärken die schwulenreferate der allgemeinen studierendenausschüsse (asta) in deutschland den dfb darin, gegen homophobie vorzugehen. hier ein offener brief der asten an den dfb: http://www.uni-trier.de/fileadmin/studium/AStA/Referate/SWU/Bundeskonferenz/DFB-Brief.pdf . irgendwann ist auch fussball so, wie der rest der welt.

  • Schwule und Lesben in die Verfassung

    Die Bundestagsfraktionen der Parteien SPD, Linke und Grüne haben eine parlamentarische Initiative zur Ergänzung des Merkmals  „sexuelle Identität“ in den Gleichberechtigungsparagraphen der Verfassung eingebracht.

    Hierzu erklärte der Sprecher des LSVD (Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland):

    „Bislang hat das Gleichbehandlungsgebot Lesben und Schwulen nicht ausreichend vor Diskriminierung geschützt. Nicht einmal die menschenrechtswidrige Verfolgung einvernehmlicher Homosexualität durch den § 175 StGB konnte das Grundgesetz verhindern, weil in Artikel 3 Absatz 3 das Merkmal der sexuellen Identität nicht genannt wird. Bis heute wirkt sich die fehlende Berücksichtigung negativ aus. Gerade der Gesetzgeber hat die Gelegenheit zur Ungleichbehandlung wiederholt genutzt. Von daher sind alle Einwände, eine Verfassungsänderung sei unnötig, fadenscheinig. Es ist an der Zeit, dass das Grundgesetz klarstellt: Die Diskriminierung von Lesben und Schwulen ist verfassungswidrig.

    Wir fordern alle Fraktionen auf, sich für einen verfassungsrechtlichen Schutz von Lesben und Schwulen stark zu machen. CDU/CSU und FDP sollten ihre Blockadehaltung aufgeben. Immerhin haben sich auch die von ihnen mitgetragenen Landesregierungen in Hamburg, im Saarland und in Thüringen im Bundesrat für eine entsprechende Initiative ausgesprochen.“

    Mehr Infos zu dem Thema unter:

    http://news.gay-web.de/njus/id1144

    http://www.lsvd.de/

    Stellungnahmen der befürwortenden Parteien:

    SPD

    Grüne

    Die Linke

  • GayNow-Artikel: Schwarz-Gelbe Homopolitik

    Schwul-lesbische Gleichberechtigung und schwarz-gelbe Politik, für viele scheinen diese beiden Dinge unvereinbar. Allerdings lassen sich im schwarz-gelben Koalitionsvertrag einige homopolitisch relevante Themen finden, wie Gleichstellung der Homoehe, Reform des Transsexuellengesetzes , Aufbau einer schwul-lesbischen Magnus-Hirschfeld-Stiftung, ebenso wie die deutsche Außenpolitik in Bezug auf Menschenrechte für Lesben und Schwule. Angesichts der Fülle der Versprechen, die die neue Bundesregierung zu diesen Themen abgegeben hat, viel das homopolitische Presseecho außergewöhnlich gut aus. Der Sprecher des LSVD, Manfred Bruns, betitelte die offizielle Pressemittelung zu den politischen Ankündigungen sogar mit „Die FDP hat ihre Wahlversprechungen gehalten! Wir sind mit dem Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und FDP nicht unzufrieden.“

    Insbesondere die Umsetzung der Magnus-Hirschfeld-Stiftung ist bei Vielen auf besonders positives Interesse und Wohlwollen gestoßen. Bereits 2000 wurde der Beschluss über die Gründung der Stiftung im damals mehrheitlich rot-grünen Parlament verfasst. Der Wortlaut im Koalitionsvertrag ist „Wir werden den Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2000 umsetzen und im Sinne eines kollektiven Ausgleichs für homosexuelle NS-Opfer eine Magnus-Hirschfeld-Stiftung errichten. Sie soll durch interdisziplinäre Forschung und Bildung der Diskriminierung homosexueller Männer und Frauen entgegenwirken.“ Der Arzt, Sexualwissenschaftler und Gründer des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK), Magnus Hirschfeld, gilt als wichtigster Begründer der ersten Homosexuellenbewegung. Die WhK sprach sich für die Streichung des Schwulenparagrafen 175 aus, wurde aber 1933 von den Nazis aufgelöst. Mehrere Initiativen setzen sich für eine Stiftungsgründung ein und sind sehr glücklich über die aktuelle Nachricht einer Neugründung. Der Sitz der Stiftung soll in Berlin sein.

    In Bezug auf das Lebenspartnerschaftsgesetz ließ die Koalitionsrunde verlauten, dass sie vorhaben, die homosexuellen Lebenspartnerschaften im Vergleich zur heterosexuellen Ehe steuerlich gleichzustellen. Dies gilt insbesondere im Beamt_innenrecht . Hier soll der Unterschied in der Besoldung und der Versorgung ausgeglichen werden. Ein weiterer vielfach geäußerter Kritikpunkt am Lebenspartnerschaftsgesetz ist die Unverhältnismäßigkeit in Bezug auf Rechte und Pflichten, die mit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft einhergehen. Die gesetzlichen Pflichten sind enorm, wohingegen die rechtlichen Begünstigungen gering ausfallen. Dieses Ungleichgewicht möchte die Koalition ausgleichen.

    Zudem hat sie die aktuelle Rechtslage in Bezug auf das Transsexuellengesetz, gemäß dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, als veraltet und reformbedürftig bezeichnet. Es müsse „auf eine neue zeitgemäße Grundlage“ gestellt werden, so der Koalitionsvertrag. Zwar wird das Selbstbestimmungsrecht der vom Gesetz Betroffenen besonders betont, welche konkreten Veränderungen aber aus der Reformankündigung resultieren sollen, besagt der Vertrag nicht.

    Ein weiteres Politikum ist der neue Außenminister Guido Westerwelle selbst. Zwar wird es von vielen Lesben und Schwulen begrüßt, dass die deutsche Bundesregierung nun einen schwulen Außenminister hat, doch in den Koalitionsgesprächen hat sich nach Quellen der Zeitschrift „Männer“ wieder gezeigt, dass Westerwelle zwar ein homosexueller Politiker ist, aber mitnichten ein Homopolitiker. In den Koalitionsgesprächen hielt er sich bewusst aus den homorelevanten Themenbereichen zurück. Anscheinend möchte er das Vorurteil vom lustig-spaßigen Guido loswerden, der mit dem Guidomobil durch Deutschland tuckert und ab und an auch mal den Big Brother Container besucht. Und um möglichst staatsmännisch zu wirken, bedarf es seiner Einschätzung wohl eher der Themenfelder Finanz- und Steuerpolitik als die Rechte von Lesben und Schwulen. Zwar sollte nicht jede_r lesbische bzw. schwule Politiker_in gezwungen sein, auch selbst in der Homopolitik aktiv zu sein, aber ein klares Bekenntnis zu homopolitisch relevanten Themen in so wichtigen Situationen wie der Koalitionsrunde sollte doch schon mal drin sein. Von seinem Vorschlag, Entwicklungsländern die Gelder zu streichen, wenn sie gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe stellen war nichts mehr zu hören. Allerdings hätte an dieser Stelle auch die Frage gestellt werden sollen, welche Kriterien und welche anderen von Diskriminierung betroffenen Gruppen dann nicht eigentlich auch noch hinzugezogen werden sollten. Und im Ergebnis würde wohl die Bundesrepublik selbst nicht einmal diesem Anforderungskatalog entsprechen.

    Trotz der vielen Versprechen der Bundesregierung gibt es auch von vielen Seiten Kritik an den homorelevanten Aspekten des Koalitionsvertrages. Der Bundesvorsitzende des Arbeitskreises Lesben und Schwule in der SPD (Schwusos), Ansgar Dittmar hatte gleich Mehrere. So werden nach seiner Aussage keine klaren Bekenntnisse zu dem Thema Regenbogenfamilie und Adoptionsrecht abgegeben. Und dies obwohl die ehemalige Bundesjustizministerin vor kurzem erst ein Gutachten veröffentlichte, das aufzeigte, dass von Lesben- oder Schwulenpaaren adoptierte Kinder ebenso gut aufwachsen, wie Kinder von heterosexuellen Eltern. Dies betrachtet Dittmar als eine „klare Handlungsoption“, die mit der fehlenden Reformankündigung zum Adoptionsrecht vertan wurde. Zudem kritisiert er die Koalitionsparteien als uneindeutig in ihrer homopolitischen Position, da sie einerseits auf Bundesebene große Versprechungen machen, andererseits aber die Gleichstellung im jeweiligen Landesrecht ablehnen.

    Das Vorstandsmitglied des Berliner CSD-Vorstands, Jan Salloch, kommentierte den Koalitionsvertrag mit: „Die anvisierte Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe im Beamtenrecht und die Gründung eines Magnus-Hirschfeld-Institus sind ein Erfolg, aber kein mutiger Schritt. Denn sowohl das Bundesverfassungsgericht und der europäische Gerichtshof zwingen den Gesetzgeber zur rechtlichen Gleichstellung.“ Wie eine vollständige Zustimmung seitens der schwul-lesbischen Community klingt das nicht.

    Der grüne Homopolitiker Volker Beck kritisiert insgesamt den „Finanzvorbehalt“ den die Koalition über alle Versprechen ausgesprochen hat. Daher müsse sehr stark darauf geachtet werden, ob die Benachteiligungen tatsächlich beseitigt werden. Des weiteren kritisiert er die Stellung der Koalition bezüglich des Antidiskriminierungsgesetzes. Denn hierfür wurde die deutsche Regierung erst vor kurzem von der EU-Kommission gerügt. Das Allgemeine Geichbehandlungsgesetz (AGG) soll nach den EU-Vorgaben ausgebaut werden, sonst droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, den die EU-Kommission bereits angekündigt hat. Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag sieht aber keinen Ausbau, sondern viel eher eine Schwächung des AGG vor: „Das geltende AGG werden wir im Hinblick auf einen möglichen Abbau von Bürokratielasten überprüfen.“ Was dies konkret heißen wird, ist noch unklar. Wie ein allgemeiner Schutz vor Diskriminierung hört sich dies aber nicht an.

    Im Resumee kann durchaus behauptet werden, dass die CDU/CSU sich im historischen Vergleich homopolitisch gewandelt hat. Zwar ist sie in Anbetracht ihrer teils erzkonservativen Mitglieder und der wenig fortschrittlichen Programmatik immer noch die rückständigste aller parlamentarischen Parteien, wenn es um die Rechte von Lesben, Schwulen und Transidenten geht. Aber es sollte durchaus eingestanden werden, dass die homopolitischen Forderungen des aktuellen Koalitionsvertrages zur Kohl-Ära unmöglich gewesen wären. Die FDP auf der anderen Seite hat eine lange Tradition als Bürger_innenrechtspartei, bereits sehr früh haben hier engagierte Mitglieder für Lesben- und Schwulenrechte gekämpft. Doch nach ihrem politischen Schwenk, als sie 1982 in Koalition mit der CDU/CSU ging, hat die FDP leider viele ihrer politischen Bürger_innenrechtsideale verloren. Viel wurde damals homopolitisch mit Sicherheit nicht erreicht, bleibt zu hoffen, dass sich dies verändert hat. Mit einem Satz hat der Schwuso-Vorsitzende Dittmar mit Sicherheit recht „Es gilt nun: Den Worten müssen Taten folgen!“.