Die besten Männer sind vergeben oder schwul und er ist beides!

Heute wage ich einen Blick in meine Vergangenheit. Der Alltag von Jugendlichen und Teenagern kann nervenzerreibend und kompliziert sein und das vor allem wenn die Liebe mit ins Spiel kommt. Lest meinen kleinen Rückblick, ich freu mich über eure Kommentare dazu :).

Ich habe nun schon echt viel erlebt! Ich weiß wie ich bin, ich weiß was ich will, wie ich reagiere und wie ich auf andere Menschen wirke. Das kann sicher nicht jeder von sich behaupten.

Ich habe viel durchgemacht, mit Eltern, Freunden, eigener Identität, Jobs und einfachen alltäglichen Dingen.

Mein leben ist DAS Chaos.

…..

Ich hatte mich neu verliebt, so richtig!
Als ich ihn das erste mal getroffen hatte, konnte ich erstmals die Enttäuschung der Vergangenheit vergessen!
Er war perfekt,.. ich war glücklich und er…?
Er war vergeben : (.
So ist dass doch immer. Die besten Männer sind vergeben oder schwul und er ist beides!
Wir trafen uns nun schon zum dritten Mal.
Der Tag begann wie jeder der von mir mittlerweile liebevoll genannten „Hannes-tage“ -.- .

_________________________________

Der Handywecker klingelte.~~~

„Schon wieder 06:30?“ *seufz

Schließlich wälzte ich mich noch ein paar mal hin und her, bis meine Zimmertür aufsprang und mein Vater hineinpolterte. *klatsch* machte es, als seine Hand auf den Lichtschalter schwang. *BZZZzzzz* Ein gleißendes Licht blendete meine müden Augen, so dass ich sie zu schmalen Schlitzen zusammenkniff, als seine tiefe Stimme ertönte,: „Aufstehn! Is glatt draußen!“

Kurze knappe Anweisungen… wie immer.. .

Also stand ich auf, schwang mein Handtuch, das stets griffbereit neben meinem Bett auf einem Stuhl lag um die Hüfte, tapste mich Schritt für Schritt vorwärts Richtung Zimmertür und schon hörte ich es, das Rauschen des Morgens.

Für mich ist es das fast schon wundervollste der Welt, morgens zum „Wachwerden“ ausgiebig und heiß zu duschen. Jedoch war sie schon in Benutzung! Meine Mutter drängelte sich wieder mal vor -.- also stolperte ich einen Schritt nach hinten und ließ mich auf meine Couch fallen.

Ich begann zu frieren~~~~

„KaaaAAAnnst…“ schallte es durch den Flur.

Träge raffte ich mich auf *autsch*, zog verschlafen den blöden Kleiderbügel aus meinem Genick und machte mich wieder auf den Weg gen Duscherfüllung.
Mit einem langen Quietschen drehte sich der Schlüssel im Türschloss.
Ich warf das Handtuch mit dem Maltäserbusmotiv über den Wannenrand, öffnete die alte Plaste-Schiebetür und spürte sogleich den ersehnten warmen Regen.
Haare waschen, 2mal!
Die neue Cremelotion auf dem Körper verteilen, nun nur noch die AP (Antipickelsalbe) im Gesicht und Schulterbereich verreiben, …fertig.
Ich räkelte mich ein letztes mal genüsslich und verließ die heiße Kabiene.

Schon stresste meine Mum wieder an der Badtür.
“ Bist endlich fertig? Johannes denk an die Wasserrechnung *hust*hust*röchel*“.
Also ging ich mit lautem Flatschen, tropfend zur Badezimmertüre, diesmal war das lange Quietschen nur ein kurzes lautes *uiek* und ich machte Platz für meine Mutter die sich mit völlig zerzauster roter Mähne im Bademantel missmutig an mir vorbei drängelte.
„Na endlich…“ Hörte ich sie noch schimpfen, als sie mit einem groben Knall die Tür hinter sich schloss.

Das Anziehen ging immer recht schnell vorran. Ich verhakte mich längst nicht mehr so oft wie früher in meiner Hose, um dann auf einem Bein hüpfend durchs Zimmer zu taumeln, bis das dumme Ding endlich nachgab…nein es war Routine eingetreten.

So marschierte ich in die Küche.
Schaltete den Wasserkocher ein, steckte eine Schnitte in den Toaster und schmierte mir eine weitere für die „Academy“.
*klack * Die Stulle schoss aus dem DDR-Toaster und zeitgleich bildeten sich graue Rauchschwaden an der Küchendecke, denn der alte Wasserkocher stand wieder einmal kurz vor der Explosion.
Eine getoastete Mischbrotstulle mit einer maschinell herrgestellten Nussnougat-Creme und einem heißen Schokocappucino. *sabber*

Schon hörte ich meine Mutter wieder durch den Flur stapfen.
„Johannes, du musst los! Es is glatt draußen! Fahr vorsichtig Junge! Kommst du nu heut noch nachhause oder bleibst du bei Edd?..“
Gott, sie war mein wandelnder Terminkalender. Was würde ich nur ohne ihre penetrante, mauern-durchdringende Stimme tun? O.o
Ich antwortete stehts mit einem nüchternen „Ja Mutti, ja hm ok ..ich weiß“ und schon ging sie, nachdem sie mir noch einen letzten sorgvollen Blick zuwarf, ins Wohnzimmer.

Also schnell die Salamiestulle einpacken, nochmal ins Bad flitzen, Gel in die Haare klatschen und zum Auto ….schliddern.-
„Shit!“ Sportzeug vergessen! Wieder wühlte ich ewig und konnte die dummen Sportschuhe nirgends entdecken. Schon 5 min über der Zeit -.- wie immer! Entweder verpasste ich alles weil ich etwas suchte!-.-
„Ach scheiß auf die dummen Schuhe!..“ dachte ich und warf mich in meinen kleinen grünen VW Polo mit klapperndem Auspuff.
Von Werneuchen nach Bernau… eigentlich so in 20 min locker zu schaffen. Aber ich war ja ohnehin schon zu spät.
Und natürlich landete ich wie immer bei den dummen Baustellenampeln in der 10-Minuten-Rot-Phase! Ätzend! Zum Glück kam auf „Fritz“ ein geiler Rocktitel und ich drehte voll auf, um irgendwie meinen Frust loszuwerden…
Also saß ich in meinem kleinen Auto,… eingeengt am Steuer. Die Boxen dröhnten und die Scheiben bebten. Auf der Straße war niemand außer mir und der miesen Ampel zu sehen. Kein Gegenverkehr. Nichts. Bis auf die alte Dame die rechts an meinem Auto ihre Gehhilfe vor sich her hievte und mit einem verständnislosen Kopfschütteln an der Ampel vorbei wackelte.
Endlich grün! Ich drückte aufs Gas,… der Motor heulte auf und… ging aus.
„Na klasse.“, dachte ich und mit geschlossenen Augen drehte ich den Schlüssel neu um und fuhr mit Schneckengeschwindigkeit an… drängelte die Alte von der Straße und düste langsam aber sicher, mit schallenden Rockklängen die Dreißigerzone entlang. …

Aber naja meine Laune würde an diesem „schönen“ Tag nicht versagen. Auch sonst war ich ein sehr froher Mensch der alle zum lachen brachte, nicht zuletzt durch meine Art, wurde ich von vielen gemocht. Auch wenn es mir noch so dreckig ging, war ich irgendwie fröhlich aber heute war ich es aus einem besonderen Grund,…
denn ich war heute zur gemeinsamen Kissenschlacht verabredet 😀 .

Ich kam also mit 12 Minuten Verspätung am Fitnesstudio an… (unser Sportunterricht fand dort statt).
Ich brauste so schnell es ging auf den Parkplatz und schnappte meine Sporttüte, während ich mir eine Ausrede einfallen ließ, wie es denn zu dieser Verspätung und dem unvollständigen Sportzeug käme.
„Ja, denn in Werneuchen is schon bei 2°C Glatteis! Das machen die blöden Sandstraßen! Und ich musste noch zu meinen Eltern in den Laden,… was helfen und..“ ich kontrollierte schnell noch alle Türen, ob sie auch abgeschlossen waren und *arg* das dumme Kofferraumschloss klemmte wieder… es war offen, ließ sich aber wieder mal nicht abschließen. Also öffnete ich ihn um nachzusehn ob wichtige Dinge darin lagen, die gemopst werden könnten und dann, plötzlich stach mir das gleißende Licht in die Augen. Geblendet und genervt von dem plötzlich erklingendem Engelsgesang hob ich schützend meine Hand.
Da lachten sie mich frech an. Meine türkis-weiß-gestreiften Sportschuhe ,.. die Mistdinger-.- .

Also sprintete ich nach dem lauten Kofferraumzuknaller, zum Fahrstuhl der Muckibude.
Da stand mein Lehrer schon…“Glatteis? Du spinnst doch! Mach gefälligst, dass du in die Umkleide kommst!“

________________________

Vom Schweißgestank fast komatisiert, verließ unsere Klasse nach 2 Stunden Training endlich die Folterkammer…
„Yes! Nun nur noch 6 Stunden EDV und dann Date 😛 “ dachte ich, stieg ins Auto und fuhr mit vollem Karacho zur BAWI-Academy Bernau .
Dort angekommen sahen mich einige der Schüler etwas skeptisch an.. ich dachte mir nichts dabei und machte mich zum Raucherkreis meiner Kollegen. Mich störte es nicht, als Nichtraucher bei Rauchern zu stehen…. jedenfalls sah mich Vici an und meinte:“Und was macht der Platten?“
Ich sah ihn verunsichert an „hä?“.
Er: „Na dein rechtes Hinterrad is voll im Arsch“
Ich:“Was? Oh Gott, echt?“
*Ahhhhhh* Ich hatte so einen Bammel! Nicht einen Euro in der Tasche für ne Werkstatt! Kein Geld aufm Handy für einen Anruf bei meinen Eltern!
Aber hey, ein Ersatzrad im unzuschließbaren Kofferraum.
Schon halfen mir die kräftigsten Jungs aus meiner Klasse und wechselten mein Rad 😀 Ich gab lediglich das Werkzeug weiter 😀 ein Service *g.
„So nu hat „JIM“ nen Holzbein“, sagte der Hobbyautoschrauber.
Ja der Tag war klasse..

Nach der Schule, raste ich zu einer Werkstatt meines Vertrauens ;). Ich ging hinein, Klingelte wie ein Bekloppter an der Theke bis endlich der ölverschmierte Mann zu mir schaute: „Einen Moment, ich muss nur noch schnell aufessen…“
„Sie essen jetzt nich weiter, ich hab Stress und muss meinen Zug bekommen! Ich will ihnen nur was zeigen..“, fuhr ich den Mechaniker an.
Er sah mich verdutzt an, nahm das defekte Rad aber dennoch in Gewahrsam und versichterte, es zum nächsten Tag repariert zu haben, und verzichtete sogar auf eine Anzahlung.
Nun konnte ich mit meinem behinderten Auto lostuckeln und noch schnell einen Parkplatz am längst überfüllten Bahnhof Bernau suchen..denn bald sollte mein Zug fahren..
Nachdem mich 2 Autofahrer verfluchten, weil ich die einzige Lücke weggeschnappt hatte, ließ sich endlich auch der Kofferraum problemlos abschließen.
Sofort rannte ich zum Gleis und erreichte in letzter Sekunde die Bahn…

_________________________

Nun war ich endlich angekommen und er stand wahrhaftig vor mir! Mein Herz schlug wie wild, meine Beine begannen bedrohlich zu kribbeln als würden sie jeden Moment nachgeben. Dieser wunderschöne Junge nahm mir tatsächlich immernoch den Atem. (Fürs Protokoll,… er befand sich zu jenem Zeitpunkt in einer „offenen Beziehung“, sowohl er als auch sein Partner spielten stets mit offenen Karten. Jedoch krachte es vor unserem Kennenlernen gewaltig bei den Beiden und so stand eine Trennung kurz bevor)

Nach einem kurzen Fußweg vom Bahnhof zu der Wohnung seiner Eltern, verschwanden wir sogleich in seinem Zimmer. Er schaltete laute Musik an, die jegliche Geräusche nach aussen hin überschallen sollten, als ich zeitgleich den Schlüssel im Schloss der Zimmertür lautlos umdrehte.

<<<Was wir da so gemacht haben erläutere ich viell. ein anderes Mal ; )>>>>>>

Nur soviel will gesagt sein, es war wild, es war unglaublich und es war traumhaft.

Plötzlich bimmelte gegen 0:00 Uhr sein Handy…
Sein Freund war drann und er weinte ihm in den Hörer und wünschte ihm viel Spaß bei der heutigen Nacht..
„Diese miese Kröte-.-“ dachte ich.
Nach dem kurzen aufreibenden Gespräch war es still.. mein Süßer wirkte (verständlicherweise) nachdenklich und bedrückt. Ich umschlang ihn und küsste seinen Hals.
Ich dachte kurz nach und sagte schließlich „Fahr zu ihm!…
Er ist traurig und würde sich sehr freuen wenn du kommst. Klärt das alles so, dass keiner länger leiden muss…“
Er sah mich todtraurig an und sagte: „Aber das ändert doch auch nichts… ich will nicht.. ich möchte nur bei dir sein…“
Ich bekam ihn schließlich dazu überredet sich aufzurappeln und nun war ich es, der allein war.

Allein im kalten Berlin unterwegs.

In Bernau angekommen und auf dem Weg zu meinem Auto machte ich mir Sorgen, wie meine Eltern reagieren würden, wenn ich sie mitten in der Nacht rausklingel weil ich ins Warme wolle -.-
Und so endete der Tag als ich mit dem ledierten JIMI auf den Landstraßen mit 50 schlich und mir von meinen Eltern wüste Beschimpfungen anhören durfte, …allein…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.