Kategorie: Jugendarbeit

  • das coming out unter dem tannenbaum ist nicht immer zu empfehlen

    beim betrachten der statistiken dieses blogs fällt ins auge, dass gehäuft der beitrag „liebe eltern, ich bin schwul!“ aufgerufen wird. da man nicht davon ausgehen kann, dass im winter mehr menschen ihr coming out haben als im sommer, muss man eher damit rechnen, dass das coming out unter dem weihnachtsbaum angedacht oder geplant wird. nach dem motto: „ich habe da noch ein geschenk (wahlweise: eine überraschung) für euch: ich bin übrigens schwul.“.

    familienfeste sind natürlich eine gute gelegenheit, sich über veränderungen oder aufgeschobenes auszutauschen. und eine überraschung mag das coming out unter dem tannenbaum allemal in den meisten familien sein. nur ob es als geschenk an alle verstanden wird, das ist schwer im vorfeld zu klären. ja, das fest der liebe verstärkt manche emotionalen und melancholischen stimmungen. ja, darum könnte auch die bereitschaft bei etlichen zunehmen, sich jetzt endlich zu outen. aber dies will gut überlegt sein.

    ich möchte hier niemandem angst machen oder die entscheidung, sich an weihnachten zu outen, ausreden. zwei dinge möchte ich jedoch zu bedenken geben.

    1. weihnachten herrscht in vielen familien der ausnahmezustand. viele sind im vorfeld gestresst, kommen seit längerer endlich einmal ein wenig zur ruhe. wenn die ruhe eintritt geht dies nicht selten mit eher negativen gefühlen einher, da sich das bemerkbar macht, was man die ganze zeit beiseite geschoben hat. zu so einem zeitpunkt dann noch das neue lebenskonzept und die sexuelle orientierung des nächsten verwandten verarbeiten, das kann überfordern und zu unangemessenen reaktionen führen.
    2. derjenige, der sich outet, ist oft auch nicht vollkommen frei von weihnachtlichen erwartungen. die emotionale stimmung zu diesem fest, lässt die erwartungen aneinander anwachsen. menschen erhoffen sich, dass an weihnachten alles ein wenig harmonischer zu geht. untersuchungen widersprechen dem, es nimmt eher der erwartungsdruck zu, wie sich schon beim thema weihnachtsgeschenke zeigt. entspanntere, emotional nicht so aufgeladene momente, eignen sich vielleicht besser, um ein für einen selber sehr wichtiges gespräch mit der familie zu führen. sie erhöhen die chance auf eine gelassenere reaktion.

    wer aber seine familie so weit einschätzen kann, dass sie gerade an weihnachten zusammenrückt und raum für schwierigere gespräche gibt, und wer einfach nicht mehr abwarten möchte, sich den anderen zu erklären, für den kann weihnachten auch genau der richtige zeitpunkt sein, sich zu outen.

    nur ihr könnt am besten bestimmen, wann ihr euren eltern sagt, dass ihr schwul seid. die obigen zeilen sollen einfach nur eine kleine entscheidungshilfe sein, wenn ihr diesen blog mit der frage zum coming out kurz vor weihnachten aufruft.

    ich wünsche euch einfach ein schönes fest,

    christof

  • romeo & julius – 20plus muss sich am 10.12.10 allein auf den weg machen

    Liebe Gruppenteilnehmer,

    heute ist Weihnachtsessen der AG Jugend. Das bedeutet, dass sich alle Mitarbeiter der Jugendbereichs von Mann-O-Meter den Bauch vollschlagen. Und das bedeutet für Euch, dass Ihr Euch allein auf den Weg zu einem Weihnachtsmarkt machen müsst. Da wir davon ausgehen, dass dies keine Schwierigkeit sein dürfte (außer der Tatsache, sich für einen Weihnachtsmarkt zu entscheiden), hoffen wir, dass Ihr uns diese eigennützige Verhalten verzeiht 😉 Wir werden auch eine Happen in Gedanken an Euch mit essen (daher kommt wahrscheinlich der Begriff „Mitesser“).

    Herzliche Grüße,

    Eure AG Jugend.

  • die ungleichen welten von kindern in berlin

    berlin ist ein gesellschaftliches abbild auf engem raum. dies ist bei großstädten immer der fall, aber berlin zeigt sein gesicht ein wenig direkter und drastischer als manche andere großstädte. das hat zwei seiten: man kann nicht so tun, wie wenn man es nicht mitbekommen würde und der alltag kann dadurch manchmal ganz schön anstrengend sein.

    aber genau dieser kontrast macht für viele berlin auch so attraktiv. dabei wird jedoch gern ausgeblendet, was das im einzelfall für konsequenzen hat. das magazin der süddeutschen zeitung stellt in der heutige ausgabe zwei mädchen vor, die unter sehr verschiedenen lebensbedingungen aufwachsen, in berlin, keine zwei kilometer voneinander entfernt. (der artikel ist hier zu finden: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34819 ).
    wenn man dies gelesen hat, verstärkt sich das gefühl, dass unsere gesellschaft einfach nicht gerecht gegenüber kindern ist. und es kommt der gedanke auf, dass es natürlich auswirkungen auf das spätere leben hat, ob als jugendlicher oder erwachsener, wie man aufgewachsen ist. also, einfach mal lesen und sich selber ein urteil bilden. übrigens: kinder haften nicht für ihre eltern.

  • queere jugendgruppe in treptow-köpenick

    die einwohnerzahl der berliner bezirke nach der bezirksreform kommt der einwohnerzahl einer mittelgroßen stadt schon sehr nahe. da verträgt es sich gut, dass für schwule, lesbische… also queere jugendliche in allen bezirken gruppen existieren. dies ist bis jetzt leider nicht der fall und man fragt sich, wo überhaupt die queere jugend der stadt berlin steckt.

    treptow-köpenick startet nun einen versuch, queere jugendliche mit einem programm, einer gruppe und pizza hinter dem ofen hervorzulocken. ein wenig vollmundig die aussage: schöneber war gestern – treptow-köpenick ist morgen. nun, der berliner ist ja ein kiez-verfechter und da schadet es auch nicht, die jugendgruppe um die ecke aufzusuchen.

    das erste mal kann man dies am 23ten oktober um 16.00 uhr in der villa offensiv machen. alle näheren daten und informationen finden sich auf dem flyer der ag-queer in treptow-köpenick. der kann hier als pdf-datei heruntergeladen werden. viel spaß!

    nachtrag: falls das jemand liest, der bescheid weiß, wie sehen denn die altersvorgaben für die gruppe aus?

  • JugendFilmTage in Berlin für Schulklassen und LehrerInnen

    JugendFilmTage – Sexualität, Liebe, Freundschaft & HIV/Aids im CineStar Original am Postsdamer Platz in Berlin-Mitte

    jugendfilmtagelogo

    Die Berliner Aids-Hilfe e.V. und das CineStar Original am Potsdamer Platz führen mit der Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die JugendFilmTage – Sexualität, Liebe, Freundschaft & HIV/Aids in Berlin-Mitte durch.

    Die Veranstaltung wird zudem von folgenden Einrichtungen umgesetzt und getragen: ABqueer e.V.; Familienplanungszentrum BALANCE e.V.; Gladt e.V.; Hella Klub für Mädchen und junge Frauen; Lambda e.V., LSVD Berlin-Brandenburg e.V.; Mann-O-Meter e.V.; pro familia Berlin e.V.; Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage; Schwulenberatung; Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung; Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz

    Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, im Alter von 14 – 17 Jahren, sind eingeladen, für 1,50 Euro/Person Filme im CineStar Original anzusehen, sich bei den Mitmach-Aktionen zu beteiligen und bei den begleitenden Angeboten für Lehrkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Schülerinnen und Schüler im Vorfeld mitzumachen:

    1. Filmvorführungen und Mitmach-Aktionen: 15. – 17.11.2010
    Anmeldeschluss: 11.10.2010

    2. Workshop für Lehrkräfte: 4.11.2010
    Anmeldeschluss: 1.11. 2010

    Den Lehrtätigen, die die Schulklassen zu den JugendFilmTagen begleiten, wird die Teilnahme an dem kostenlosen vorbereitenden Workshop „Integrative Ansätze in der sexualpädagogischen Aufklärungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ empfohlen. Ziel der Fortbildung ist neben der Vermittlung von aktuellem Wissens vor allem die Erarbeitung praxisbezogener Methoden und Materialien, die im Unterricht eingesetzt werden können. Die Fortbildung wurde von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung anerkannt.

    Flyer der JugendFilmTage als pdf-Datei
    Mehr Informationen zu der Fortbildung (Kursnummer: 10.2-2031).

    Mit der Anmeldebestätigung zu den Filmen erhalten die Lehrerkräfte kostenlos ein Materialpaket. An den Kinotagen erwarten Fachkräfte Ihre Lehrtätigen an einem „Lehrkräfte-Servicepoint“ für einen persönlichen Austausch und für Fachgespräche.

    Quelle: Berliner Aids-Hilfe e.V. vom 07.09.2010

  • eine schöne homepage zur berufswahl

    einmal im jahr wird der „grimme-online-award“ verliehen. dieser preis ähnelt dem grimme fernsehpreis, indem versucht wird, qualitativ recht hochwertige netzkultur auszuzeichnen. einen preis erhielt dieses jahr eine homepage, die sich an jugendliche und junge erwachsene richtet, die sich mitten in der berufswahl befinden. die seite lautet http://www.beroobi.de .

    die seite bietet einen überblick über verschiedene berufe. das schöne an der seite sind die vielfältigen, multimedialen einblicke, die sie gewährt. gut, es sind noch nicht alle berufe erfasst, die man sich so vorstellen kann, aber gerade angebote für lehrlinge werden vielfältig dargestellt. man kann sich die angebotenen infos nach a bis z auswählen. zu jedem beruf gibt es die darstellung der tätigkeit als film, verschiedene interviews und fotostrecken, texte, die weiterhelfen können und einen überblick über den tagesablauf in diesem beruf.

    teilweise ist die seite ein bisschen zu hübsch, da natürlich auf so einer homepage kaum die negativen seiten eines berufs dargestellt werden. schon gar nicht, wenn man schaut, wer alles kooperationspartner ist. außerdem lässt sich schwer voraussagen, wie gut oder schlecht die einzelnen, eigentlichen arbeitsstellen sind. aber es lohnt sich einen blick auf die seite zu werfen, wenn man unentschlossen ist oder aber sich fragt, was man in manchen berufen überhaupt macht. so vielfältig wurden tätigkeiten bis jetzt kaum im netz dargestellt.

    dann wünsche ich die richtige berufswahl 😉

  • 24.09.2010 Romeo&Julius 20+ Spieleabend

    Hallo Leute, und wieder ist der Monat den Ende zu neige. Und wie die Mann-O-Meter Hardcore- Besucher sicher wissen, ist am letzten Freitag des Monats der beliebte Spielabend. Also Mäuschens, ich erwarte Euch wie zu gewohnten Zeit um 20 Uhr in Hülle und Fülle zum Spiel und Spaß. Euer FreudeDimi

  • das programm der nächsten drei monate für die gruppen ist online

    ende august wird es zeit, die planung für september, oktober und november 2010 zu vollenden. wie immer setzte sich die ag jugend hin, überlegte, was in den gruppen „romeo & julius“ und „romeo & julius – 20plus“ schon länger nicht mehr gemacht wurde, hatte neue ideen, hat alte aufgegriffen und ein buntes programm für alle interessen gestrickt.
    neu mag erscheinen, dass wir „russischen fasching“ feiern, dass wir bei den themenabenden einmal auf die situation schwuler in der ganzen welt werfen, dass wir ganz gleich welches wetter herrscht, drachen steigen lassen (ach so, ist nicht neu, aber das wetter wird es sein) oder dass wir abseits des wetters schauen, was „cool“ eigentlich ist.
    alt aber trotzdem beliebt bleiben die spieleabende (wir menschen spielen einfach zu wenig), die gemeinsamen kinobesuche oder die videoabende. jedenfalls kann man jetzt schon einmal schauen, auf was man lust hat und sich dies im terminkalender notieren. langweilig wird es hoffentlich nie. und sollte dies doch einmal der fall sein, dann sagt es uns oder schreibt an jugend@mann-o-meter.de . denn wir berücksichtigen gern eure vorschläge und kritiken.

    wir sehen uns,

    eure ag jugend des mann-o-meter

    p.s.: die programme für die gruppen findet ihr hier (einfach auf den namen klicken):

    romeo & julius

    romeo & julius – 20plus

  • youth peer education network – y-peer

    wir hatten hier mal ein peer-education-projekt zu hiv und aids laufen. das bedeutete, wir schulten schülerInnen, die wiederum an ihren schulen andere schülerInnen darüber unterrichteten, wie die übertragungswege von hiv sind, welche stds (sexual transmitted diseases) (andere schreiben sti (sexual transmitted infections)) es gibt und wie diese übertragen werden. leider gab es keine weitere finanzierung, um dieses projekt zu fördern.

    es gibt aber eine homepage eines weltweiten netzwerkes, die viele informationen zum thema peer-education bereit hält und bemüht ist, weltweit stück für stück peer-educaterInnen und deren ausbilderInnen zu vernetzen. es handelt sich um das „youth peer education network“ oder auch „y-peer“ genannt. um die seite zu besuchen, sollte man mindestens des englischen ganz gut mächtig sein. es gibt auch noch viele andere sprachangebote vor allen dingen bei den faqs und den schulungsmaterialien. eine vielfältige und reichhaltige seite.

    es lohnt aber auch einen blick auf die ansprechpartner in verschiedenen ländern der erde zu werfen. auf der linkseite finden sich verweise vor allen dingen in länder südlich und östlich von uns gelegen. ich finde, diese seite ist der gelungene versuch, prävention in einer unaufgeregten art an jugendliche und junge erwachsene zu vermitteln. zu finden ist die seite unter: http://www.youthpeer.org/web/guest/home

  • selbsthilfe selbst organisieren

    wie der name „selbsthilfe“ schon sagt, geht es darum, sich selbst, meist zusammen mit anderen, hilfe zu geben. auch junge menschen, auch schwule junge menschen haben ab und zu probleme, die sich nicht einfach lösen lassen. dafür gibt es viele professionelle anlaufstellen, die aber auch nur bis zu einem gewissen grad unterstützung bieten können.

    doch was mache ich, wenn mein partner in psychische schwierigkeiten kommt und ich dies nicht mehr aushalte? oder wie gehe ich damit um, wenn ich selber an einer chronischen krankheit leide und ich medizinisch gut versorgt bin, aber mir ganz viele fragen durch den kopf schießen, die mir kein arzt beantworten kann? anderes beispiel: ich hab lange drogen genommen, nehme sie nicht mehr, hätte aber gern regelmäßig ansprechpartner, die sich in einer ähnlichen situation befinden.

    einer der besten wege ist es, wenn sich für mich keine passende gruppe an meinem wohnort findet, selber eine selbsthilfegruppe zu gründen. doch wie macht man so etwas? was gibt es überhaupt für gruppen in meiner nähe? was muss ich dazu tun und vor allen dingen wie finde ich andere interessierte? für all diese fragen gibt es jetzt eine seite für junge menschen von „nakos„, das ist die „nationale kontakt- und informationsstelle zur anregung und unterstützung von selbsthilfegruppen„. die homepage findet sich unter der webadresse: http://www.schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de/ . stöbert einfach mal darauf herum, wenn ihr selber überlegt, eine gruppe gründen zu wollen, oder wenn ihr eine gruppe sucht.

    und solltet ihr euch sicher sein, eine gruppe gründen zu wollen, findet er viele weitere informationen für den aufbau eines eigenen netzwerkes und eigener gruppen unter http://www.nakos.de/site/netzwerkkoffer/ . viel erfolg!