Dez 22

beim betrachten der statistiken dieses blogs fällt ins auge, dass gehäuft der beitrag “liebe eltern, ich bin schwul!” aufgerufen wird. da man nicht davon ausgehen kann, dass im winter mehr menschen ihr coming out haben als im sommer, muss man eher damit rechnen, dass das coming out unter dem weihnachtsbaum angedacht oder geplant wird. nach dem motto: “ich habe da noch ein geschenk (wahlweise: eine überraschung) für euch: ich bin übrigens schwul.”.

familienfeste sind natürlich eine gute gelegenheit, sich über veränderungen oder aufgeschobenes auszutauschen. und eine überraschung mag das coming out unter dem tannenbaum allemal in den meisten familien sein. nur ob es als geschenk an alle verstanden wird, das ist schwer im vorfeld zu klären. ja, das fest der liebe verstärkt manche emotionalen und melancholischen stimmungen. ja, darum könnte auch die bereitschaft bei etlichen zunehmen, sich jetzt endlich zu outen. aber dies will gut überlegt sein.

ich möchte hier niemandem angst machen oder die entscheidung, sich an weihnachten zu outen, ausreden. zwei dinge möchte ich jedoch zu bedenken geben.

  1. weihnachten herrscht in vielen familien der ausnahmezustand. viele sind im vorfeld gestresst, kommen seit längerer endlich einmal ein wenig zur ruhe. wenn die ruhe eintritt geht dies nicht selten mit eher negativen gefühlen einher, da sich das bemerkbar macht, was man die ganze zeit beiseite geschoben hat. zu so einem zeitpunkt dann noch das neue lebenskonzept und die sexuelle orientierung des nächsten verwandten verarbeiten, das kann überfordern und zu unangemessenen reaktionen führen.
  2. derjenige, der sich outet, ist oft auch nicht vollkommen frei von weihnachtlichen erwartungen. die emotionale stimmung zu diesem fest, lässt die erwartungen aneinander anwachsen. menschen erhoffen sich, dass an weihnachten alles ein wenig harmonischer zu geht. untersuchungen widersprechen dem, es nimmt eher der erwartungsdruck zu, wie sich schon beim thema weihnachtsgeschenke zeigt. entspanntere, emotional nicht so aufgeladene momente, eignen sich vielleicht besser, um ein für einen selber sehr wichtiges gespräch mit der familie zu führen. sie erhöhen die chance auf eine gelassenere reaktion.

wer aber seine familie so weit einschätzen kann, dass sie gerade an weihnachten zusammenrückt und raum für schwierigere gespräche gibt, und wer einfach nicht mehr abwarten möchte, sich den anderen zu erklären, für den kann weihnachten auch genau der richtige zeitpunkt sein, sich zu outen.

nur ihr könnt am besten bestimmen, wann ihr euren eltern sagt, dass ihr schwul seid. die obigen zeilen sollen einfach nur eine kleine entscheidungshilfe sein, wenn ihr diesen blog mit der frage zum coming out kurz vor weihnachten aufruft.

ich wünsche euch einfach ein schönes fest,

christof

geschrieben von Stefan \\ tags: , , , , , , , , , , , , ,

Jan 31

Heute wage ich einen Blick in meine Vergangenheit. Der Alltag von Jugendlichen und Teenagern kann nervenzerreibend und kompliziert sein und das vor allem wenn die Liebe mit ins Spiel kommt. Lest meinen kleinen Rückblick, ich freu mich über eure Kommentare dazu :).

Ich habe nun schon echt viel erlebt! Ich weiß wie ich bin, ich weiß was ich will, wie ich reagiere und wie ich auf andere Menschen wirke. Das kann sicher nicht jeder von sich behaupten.

Ich habe viel durchgemacht, mit Eltern, Freunden, eigener Identität, Jobs und einfachen alltäglichen Dingen.

Mein leben ist DAS Chaos.

…..

Ich hatte mich neu verliebt, so richtig!
Als ich ihn das erste mal getroffen hatte, konnte ich erstmals die Enttäuschung der Vergangenheit vergessen!
Er war perfekt,.. ich war glücklich und er…?
Er war vergeben : (.
So ist dass doch immer. Die besten Männer sind vergeben oder schwul und er ist beides!
Wir trafen uns nun schon zum dritten Mal.
Der Tag begann wie jeder der von mir mittlerweile liebevoll genannten “Hannes-tage” -.- .

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Der Handywecker klingelte.~~~

“Schon wieder 06:30?” *seufz

Schließlich wälzte ich mich noch ein paar mal hin und her, bis meine Zimmertür aufsprang und mein Vater hineinpolterte. *klatsch* machte es, als seine Hand auf den Lichtschalter schwang. *BZZZzzzz* Ein gleißendes Licht blendete meine müden Augen, so dass ich sie zu schmalen Schlitzen zusammenkniff, als seine tiefe Stimme ertönte,: “Aufstehn! Is glatt draußen!”

Kurze knappe Anweisungen… wie immer.. .

Also stand ich auf, schwang mein Handtuch, das stets griffbereit neben meinem Bett auf einem Stuhl lag um die Hüfte, tapste mich Schritt für Schritt vorwärts Richtung Zimmertür und schon hörte ich es, das Rauschen des Morgens.

Für mich ist es das fast schon wundervollste der Welt, morgens zum “Wachwerden” ausgiebig und heiß zu duschen. Jedoch war sie schon in Benutzung! Meine Mutter drängelte sich wieder mal vor -.- also stolperte ich einen Schritt nach hinten und ließ mich auf meine Couch fallen.

Ich begann zu frieren~~~~
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geschrieben von Stefan \\ tags: , , , , , , ,