Romeo & Julius am 16.06.17: Themenabend sexuelle Identitäten.

Hallo Jungs, Mädels und Sternchen*.

Es ist nicht immer alles Schwarz oder Weiß es gibt viel mehr Farben genau wie auf der Pride Flagge. Mit welchem Geschlecht Identifiziert Ihr euch eigentlich? Wozu braucht man eigentlich mehr Geschlechterformen? Reicht Mann und Frau nicht aus? Gibt es Unterschiede beim Coming Out?

An diesem Freitag begrüßt euch Gina mit einer Gesprächsrunde rund um Identität und Sexualität.

Wir treffen uns wie immer am Freitag um 20:00 Uhr im MoM. Wir freuen uns auf euch.

Bis dahin. Gina und Jakob

Foto: https://www.flickr.com/photos/madhairstyling/

 

 

Jungschwuppen Mittwochsclub am 03. September 2014: Kopf oder Zahl

Kopf oder Zahl

Hey Jungs !

Ein Artikel von Stern.de vom 30. August 2014  („Du musst ausziehen, weil du schwul bist!“) brachte uns zum Nachdenken. Mich versetze er in die Vergangenheit, in eine Zeit, in der mir, Clément, ein Freund zum ersten Mal von seiner Bisexualität erzählte. Danach fragte ich ihn ironisch, ob er sich nicht einfach entscheiden könnte für „Mann oder Frau“. Mein bisexueller Freund erwiderte mit der ebenso ironischen Frage: „Könntest du dich jeden Tag mit nur Salz zufrieden geben?“ Hinzufügend: „Entscheide du dich ab heute endgültig zwischen Salz und Zucker“. Danach brachten wir unbekümmert in Lachen aus.

Scherz beiseite, ich könnte „vermutlich“ schon täglich, ungeachtet allgemeiner gesundheitlicher Kodexe, nur Salziges essen. Wenn ich es wollte. Aber die Sexualität eines Menschen ist viel komplexer als der Appetit fürs Essen. Sie ist Teil des menschlichen Charakters, Teil der Identität. Das haben manche leider immer noch nicht begriffen.

In den USA zum Beispiel kämpfen seit Jahrzehnten LGBTs gutgesinnte Forscher eifrig gegen homophobe Kollegen. Es geht um die Frage: Ist Homosexualität genetisch bedingt? Diese Frage ist für beide Seiten überaus wichtig, da Minderheiten in den USA, laut Gesetz, Schutz bekommen nur, wenn -vor allem- der Grund ihrer Ausgrenzung genetisch bedingt ist (siehe Linktipp2). Dunkelhäutige Menschen gehören demnach zu diesen Minderheiten aber die LGBTs nicht. Letztendlich wiedersprechen sich  „die Studien über eine homosexuelle Gene“ gegenseitig  je nachdem, ob die Forscher sich für oder gegen die Homo-Ehe aussprechen.

Vielleicht gibt’s tatsächlich eine homosexuelle Gene. Aber, ist das von Bedeutung? Meine Hautfarbe ist zwar genetisch bedingt, sie zwingt mich aber keineswegs zwangsläufig dazu Dinge genauso zu empfinden wie andere Dunkelhäutige. Jeder einzelne Mensch ist ein Unikat. Nicht wahr?

Unsere sexuelle Identität ist Teil unseres Charakters, weil sie Einfluss auf unser Empfinden und damit auch auf unsere Reaktionen ausübt. Genauso sinnlos wäre es, meiner Meinung nach, würde man versuchen genetisch zu begründen, weshalb die Erzählungen eines Stand-up-Comedians Franz auf die Palme bringt, Tom wiederum zum Lachen gleichzeitig aber Alex zum Weinen. Warum ist Lukas schwul, sein eineiiger Zwillingsbruder aber nicht? Fragen über Fragen.

Ich sage und schreibe: Zwischen ja und nein liegt die Entscheidung ganz in der Mitte. Genau da, wo Du dich befindest. Da kommen weder die Eltern Daniel Ashley Pierces (siehe Linktipp1) noch irgendwelche US-Forscher in Frage. Also, die Entscheidung bist Du! Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry brachte es in die hübsche Form: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Anders formuliert: Hör auf dein Herz.

Hier aber schlägt unser gemeinsames Herz zweimal pro Woche (mittwochs und freitags) nur für euch. Für eure Freude am Leben und schlicht euer Wohlbefinden. Daher freuen wir uns immer auf euren Besuch!

Es gibt Kaffee, Kakao, zahlreiche Getränke! Wie immer am Mittwoch! Um 18 Uhr!  Im Mann-O-Meter!

Es erwartet euch Clément.

Linktipp1:

http://www.stern.de/familie/leben/erschuetterndes-youtube-video-du-musst-ausziehen-weil-du-schwul-bist-2134562.html#utm_source=facebook-fanpage&utm_medium=link&utm_campaign=310814-1715

Linktipp2 (leider nur auf Englisch):

http://www.youtube.com/watch?v=yMcowZwrIU4

Schwule und Lesben in die Verfassung

Die Bundestagsfraktionen der Parteien SPD, Linke und Grüne haben eine parlamentarische Initiative zur Ergänzung des Merkmals  „sexuelle Identität“ in den Gleichberechtigungsparagraphen der Verfassung eingebracht.

Hierzu erklärte der Sprecher des LSVD (Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland):

„Bislang hat das Gleichbehandlungsgebot Lesben und Schwulen nicht ausreichend vor Diskriminierung geschützt. Nicht einmal die menschenrechtswidrige Verfolgung einvernehmlicher Homosexualität durch den § 175 StGB konnte das Grundgesetz verhindern, weil in Artikel 3 Absatz 3 das Merkmal der sexuellen Identität nicht genannt wird. Bis heute wirkt sich die fehlende Berücksichtigung negativ aus. Gerade der Gesetzgeber hat die Gelegenheit zur Ungleichbehandlung wiederholt genutzt. Von daher sind alle Einwände, eine Verfassungsänderung sei unnötig, fadenscheinig. Es ist an der Zeit, dass das Grundgesetz klarstellt: Die Diskriminierung von Lesben und Schwulen ist verfassungswidrig.

Wir fordern alle Fraktionen auf, sich für einen verfassungsrechtlichen Schutz von Lesben und Schwulen stark zu machen. CDU/CSU und FDP sollten ihre Blockadehaltung aufgeben. Immerhin haben sich auch die von ihnen mitgetragenen Landesregierungen in Hamburg, im Saarland und in Thüringen im Bundesrat für eine entsprechende Initiative ausgesprochen.“

Mehr Infos zu dem Thema unter:

http://news.gay-web.de/njus/id1144

http://www.lsvd.de/

Stellungnahmen der befürwortenden Parteien:

SPD

Grüne

Die Linke