Okt 29

Liebe Engagierte,

das Mann-O-Meter veranstaltet in Kooperation mit Schlau-NRW und Fliederlich e.V.  (Nürnberg) einen bundesweiten 4-tägigen Kongress zum Thema schwullesbische Aufklärungsarbeit an Schulen, für alle an dem Thema aktiven Einrichtungen und Vereine.

Die Veranstaltung ist eine sexualpädagogische Weiterbildungsveranstaltung, sowie ein bundesweiter Treffpunkt für alle aktiven Gruppen. Die lokal tätigen Aufklärungsvereine lernen sich näher kennen und ermöglichen so einen gegenseitigen Austausch, um die bisherigen Methoden und Konzepte langfristig weiterzuentwickeln.

Auch bietet der Kongress Raum zum Austausch und zur Diskussion. Mit Hilfe verschiedener Methoden tauschen die Teilnehmenden ihre unterschiedlichen Erfahrungen der Aufklärungsarbeit untereinander aus. Die Konzipierung qualitätssichernder Maßnahmen zur Aufklärungsarbeit bildet einen weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung.

Eine Arbeitssgruppe organisiert und bereitet den Kongress gemeinsam vor. Die Gruppe besteht aus Aktiven von verschiedenen Einrichtungen und aus unterschiedlichen Bundesländern.  Allerdings suchen wir noch weiter ehrenamtliche Engagierte, die bereit wären, bei diesem Projekt mitzuhelfen.

Der Aufklärungskongress soll im Mai stattfinden. Der genaue Termin wird vom Tagungsort abhängig sein, für den die Koordinierungsgruppe momentan Kooperationspartner_innen sucht, um einen vergünstigten Preis zu bekommen.

Wenn ihr Interesse an der Vernanstaltung habt, oder Lust habt, das Projekt mitzugestalten, dann meldet euch einfach unter: kongress(at)mann-o-meter.de oder unter der Nr. 030-217 51 011, Di-Fr 14-22 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Siepe

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Okt 29

Am 1. Dezember ist internationaler Welt-Aids-Tag, an diesem Tag wird auf das immer noch wichtige Thema HIV/Aids aufmerksam gemacht. Zwar ist die Thematik in den Köpfen vieler nicht besonders präsent, dabei hat HIV/Aids nichts an seiner Aktualität verloren. Die Zahl der Neu-Diagnosen ebenso wie die schwierige Situation der Infizierten hat sich nicht verbessert. In Deutschland sterben 2 Menschen am Tag an den Folgen der Immunschwäche. Laut der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) stagnieren die Zahlen der HIV-Neuinfektionen weiterhin auf hohem Niveau. Allerdings ist gerade in Berlin ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen bei MSM (Männer die Sex mit Männern haben) zu verzeichnen. Von 2007 bis 2008 liegt die Steigerung bei 7% in dieser Gruppe. Das Robert-Koch-Institut sieht hierfür die steigende Verbreitung der Syphilis in Berlin als Hauptursache. In Berlin stieg die Anzahl der gemeldeten Syphilis-Fälle im gleichen Zeitraum um 46%. Syphilis, ebenso wie weitere sexuell übertragbare Krankheiten, verstärkt das Risiko einer HIV-Übertragung enorm.

Um auf die aktuelle Situation aufmerksam zu machen wird es viele Veranstaltungen und Aktionen, anlässlich dieses speziellen Tages geben. Beispielsweise veranstaltet die Berliner Aids-Hilfe eine Gala unter dem Titel „Künstler gegen Aids“. Auf der Benefizgala wird auf die Thematik aufmerksam gemacht und verschiedene Künstler_innen , die sich in diesem Bereich engagieren, präsentieren hier ihre Arbeit. Die Initiatoren des Welt-Aids-Tages rufen dazu auf, Solidarität zu zeigen, und selber Aktionen zu starten oder mitzumachen. Die Message lautet: Jede_r kann sich beteiligen, über konkrete Aktionen, Spenden oder über eine Solidaritätsbekundung als Botschafter_in auf der deutschen Homepage des Welt-Aids-Tages. Hier kann man einen Kommentar abgeben und ein Bild dazu hochzuladen. Mehr als 9000 Menschen haben dies bereits getan. Des weiteren wird am 28. November eine Rote-Schleifen-Aktion veranstaltet, bei dem ehrenamtliche Engagierte Schleifen verteilen und dabei Spenden sammeln. Möglichkeiten der Zivilcourage gibt es also viele.

Der Welt-Aids-Tag wurde 1988 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen ins Leben gerufen und durchgeführt. Ziel war ein Aufruf an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Solidarität mit den HIV/Aids-Kranken zu zeigen, sowie stärker gegen die HIV-Pandemie vorzugehen. Inzwischen organisiert die UNAIDS (Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) den Welt-Aids-Tag, der jedes Jahr am 1. Dezember stattfindet. Das internationale Welt-Aids-Tag-Motto lautet für 2005-2010 „Stop Aids – keep the promise“, dies ist eine Erinnerung an die UN-Sondersitzung 2001, bei dem die Staats- und Regierungschefs das Versprechen gegeben haben, vehementer gegen HIV/Aids zu kämpfen. Die deutschen Initiatoren des Welt-Aids-Tages, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) und die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS), haben das Motto in
„Gemeinsam gegen Aids: Wir übernehmen Verantwortung – für uns selbst und andere“ übersetzt. Damit soll darauf hingewiesen werden, dass das Thema nicht nur für Politiker_innen und Interessensvertreter_innen wichtig ist, sondern alle etwas angeht. Ihre Aussage ist, dass der Kampf gegen HIV/Aids nicht ohne Zivilcourage gewonnen werden kann.

Wer mehr zu dem Thema wissen möchte oder wer selbst aktiv werden möchte, findet hier sinnvolle Links zum weiterlesen:

http://www.gib-aids-keine-chance.de/
http://www.berlin-aidshilfe.de/aktuell/rote-schleifen-fuer-berlin.html
http://www.weltaidstag.eu/
http://www.weltaidstag.info/

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Okt 29

GayRomeo – der blaue Himmel?!
GR, die blauen Seiten oder das schwule Einwohnermeldeverzeichnis, das weltweit größte deutschsprachige Internetportal für Schwule hat viele Namen. Kein Wunder, immerhin hat GayRomeo die schwule Szene so stark geprägt, wie kaum ein anderes Kommunikationsmedium. Das dies sowohl positive als auch negative Seiten hat, ist leider nicht allen bewusst.

GayRomeo hat weitreichende Auswirkungen auf das soziale Leben der schwulen Szene, sowie  natürlich auch direkt auf die User. Immerhin wird beispielsweise heutzutage nicht mehr nach der Telefonnummer, sondern nur noch nach dem GR-Namen gefragt, wenn man sich in einer Bar mal eben kennen gelernt hat. Die Schwelle sich daraufhin zu melden ist für viele im Internet deutlich niedriger als  jemanden direkt anzurufen. Zudem ist man im Internet ja versteckt, oder zumindest fühlt sich dementsprechend. Dies steht allerdings im krassen Kontrast zu der Offenheit mit der viele User mit GayRomeo umgehen. Immerhin hat man hier die Möglichkeit sein gesamtes Intimleben zu veröffentlichen. Ob Religionszugehörigkeit, Schwanzgröße oder Vorlieben. GayRomeo lädt geradezu dazu ein, der Öffentlichkeit alles mitzuteilen. Welche individuellen Folgen hieraus entstehen können, wird auf dem Internetportal leider wenig thematisiert. Denn obwohl die meisten hierüber nie nachdenken, können alle Daten selbstverständlich auch jederzeit missbraucht werden. Jede_r kann sich bei GayRomeo einloggen, deine Nachbarin, dein bester Kumpel oder auch deine Mutter. Theoretisch haben alle Zugriff. Dies birgt natürlich ein Risiko, gerade für Menschen die in der Öffentlichekit stehen, ebenso für Menschen die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Besonders Lehrer sind hier in einer prekären Situation. Stößt ein Schüler zufällig auf das Profil eines Lehrers, so hat der Schüler zumeist eine bestimmte Machtposition, insbesondere wenn der Lehrer nicht in der Schule geoutet wird. Und umso mehr, wenn der Lehrer hier recht offenkundig mit seinen intimen Fotos und Vorlieben umgeht. Das Schüler GayRomeo gegen ihre Lehrer missbrauchen ist schon mehrmals vorgekommen. Teilweise musste sogar die Schulleitung oder eine noch höhere Ebene einschreiten.

Aber nicht nur Lehrer setzen sich einer Gefahr aus bei dieser offenherzigen Preisgabe der privatesten Informationen. Im Prinzip tut dies jeder. Man sollte sich darüber bewusst sein, dass es Unternehmen gibt, die systematisch das gesamte Internet quasi abspeichern. Alles was einmal online war, wird für immer auf diesen Firmenservern sein. Es gibt heutzutage kaum Menschen, die keinerlei Datenspuren im Internet hinterlassen haben. Ob Fotos, Kontaktadressen oder sogar private Mitteilungen. Nach diesem Prinzip können Firmen ein ganzes Datenprofil des Individuums bilden. Durch dieses Profil lassen sich oft Verlinkungen zu verschiedenen Internetportalen machen, unter anderem auch zu GayRomeo, obwohl der persönliche Name nicht im Profil veröffentlicht wurde. Theoretisch ist es daher durchaus möglich, dass Unternehmen nach Bewerbungsgesprächen sich erst einmal erkundigen ob der Bewerber ein GR-Profil besitzt, das daraufhin natürlich gründlich untersucht wird. Wenn man dann auch noch intimste Daten im Profil angegeben hat, erhöht dies die Chancen beim Unternehmen natürlich nicht gerade. Dies ist der Grund weshalb die taz ihren Artikel über GayRomeo: „Gefährlich hoher Dating-Faktor“ mit „Die rosa Listen sind wieder da.“ begann. Zwar ist diese Gleichstellung mit dem Schwulen-Verzeichnis der Nazis eine klare Übertreibung, es lassen sich aber durchaus einige Parallelen ziehen, inwiefern die Daten des Einzelnen jedem_jeder und damit auch dem Staat zugänglich sind. Die Datenschutzebene ist nur eine von verschiedenen kritischen Seiten von GayRomeo.

Eine weitere ist die des sozialen Umgangs miteinander. Die systematische Katalogisierung genauester Körperdaten, sozialer Charakteristika sowie sexueller Vorlieben hat natürlich Auswirkungen auf die Art und Weise wie die User miteinander umgehen. Die Suchfunktion ermöglicht das Finden eines schlanken, europäischen, blonden, unbehaarten, blauäugigen, schwulen Mannes im Alter von 18 Jahren der gerne fistet und einen unbeschnittenen Schwanz hat (dies ist die gekürzte Version der Detail-Suche bei der stets die erste Wahlmöglichkeit genommen wurde). Diese Schubladensuche verleitet natürlich auch zu einem Schubladenverhalten bei den GR-Usern. Eines der beliebtesten Merkmale von GR-Profilen ist die Aufzählung von Typen von Menschen oder Charakteristika die der User nicht mag, im Extremfall lassen sich dann solche Kommentare finden wie: „Bitte keine tuckigen Weiber!“ oder auch „Türken brauchen ´s bei mir gar nicht erst zu versuchen!“. Die Offenherzigkeit mit der Viele mit GayRomeo umgehen bringt auch die Rassismen, Sexismen und anderen Diskriminierungsformen zu Tage.

Auf individueller Ebene ist GayRomeo bei manchen zum ausschließlichen Kontaktmedium geworden. Man lernt neue Leute nicht mehr auf der Straße, sondern nur noch per Profil kennen. Psycholog_innen  berichteten mehrfach von Menschen die eine tatsächliche GayRomeo-Abhängigkeit entwickelt haben. Diese müssen mit langer Therapie erst wieder die normale soziale Kontaktpflege erlernen und ihren Umgang mit dem Medium GayRomeo natürlich stark überdenken. Dies sind selbstverständlich Extremfälle, aber auch auf die breite Masse hat diese Änderung des sozialen Umgangs massive Folgen. Dies zeigt sich vor allem an der Infrastruktur der Szene. Seit dem Aufkommen des Internets und mit ihm GayRomeo berichten viele schwule Bars, Cafes und ehrenamtliche Einrichtungen von einer Abnahme der Kundschaft beziehungsweise dem Ausbleiben von Menschen die die sozialen Treffpunkte nutzen. In einigen deutschen Städten gab es in den 80er und 90er Jahren deutlich mehr engagierte Gruppen und Vereine als heutzutage. Junge Schwule treffen sich nicht mehr in der Jugendgruppe, sondern bei GayRomeo. Dies scheint absurd, angesichts der Tatsache, dass sich zur selben Zeit so viele über eben dieses Internetportal beschweren. Gerade schwule Jugendliche kritisieren hier oftmals die reine Fixierung auf Sex. Sie haben noch keinerlei Erfahrung mit der schwulen Welt, dies kann dazu führen, dass einige denken, One-Night-Stands über das Internet zu bekommen, sei die einzige Möglichkeit ihre schwule Identität auszuleben.

Ein weiterer Punkt bei der kritischen Auseinandersetzung mit GayRomeo ist der häufig auftretende soziale Ausschluss von Nicht-Schwulen. Wenn man ständig vor den blauen Seiten hängt, wird es unwahrscheinlich sein, dass man auch mal etwas mit der Hetero-Welt, geschweige denn Frauen zu tun hat. Das Leben der Mehrheit der Menschen bekommen diese User praktisch nicht mehr mit.

Ich rufe hiermit nicht zum Boykott von GayRomeo auf, ich möchte viel eher ein kritisches Nachdenken anregen. GayRomeo hat auch für viele positive Erneuerungen gebracht. Schwule auf dem Land hatten bisher nie die Möglichkeit zu sehen, ob es nicht vielleicht im eigenen Dorf weitere Schwule gibt. Das schwule Internetportal „Du bist nicht allein“ beschreibt dies sehr treffend. Aber auch eigentlich schüchterne Menschen bekommen über das Chatportal die Möglichkeit andere anzusprechen und kennen zu lernen. Wo sie sich früher nicht trauten, haben sie nun die Möglichkeit ohne Scham an Andere heranzutreten. Diese Niedrigschwelligkeit ist für viele der Hauptgrund, weswegen sie über GayRomeo neue Kontakte suchen.

Es zeigt sich, dass GayRomeo sehr vielschichtig ist, diese Ambivalenz wird aber von vielen nicht wirklich wahrgenommen.

Bei all den Veränderungen die GayRomeo mit sich bringt, sollte man sich selbst, als Mitglied der schwulen Szene, durchaus einmal fragen, in welche Richtung sich die Szene hierdurch eigentlich entwickelt. Vermutlich würde bereits dieses kritische Hinterfragen einen positiven Wechsel im Umgang mit diesem Medium bringen.

Von StSi

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Okt 27

ihr habt mal wieder die wahl, zwischen brett- oder kartenspiel. strategie- oder geschicklichkeitsspiel. alle möglichkeiten sind offen auf unserem schönen netten spieleabend. also freut euch auf´s gewinnen und natürlich die geselligkeit. dann bis freitag um 20 uhr im mann-o-meter.

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Okt 26

ausgeschnitzte kürbise, gruselige kostüme und coole parties. all das gehört traditionell zu halloween. und um euch diesen spaß auch etwas näher zu bringen, veranstalten wir eine romeo&julius-halloween-preview. ihr seid herzlich eingeladen am donnerstag ab 18 uhr ins mann-o-meter zu kommen.

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Okt 20

japanische touristen, die angtrunken in ein mikrofon gröhlen, während die freund_innen  hysterisch dazu klatschen. dieses negativ-klischee hängt bei vielen in den köpfen, wenn sie von karaoke hören. das karaoke aber auch wirklich lustig und spaßig sein kann, ohne dass man unbedingt angetrunken sein muss, zeigen wir euch auf unserem romeo&julius-karaoke-abend.

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Okt 19

der erste sex ist für die meisten eine erfahrung auf die sie sich einerseits freuen, andererseits aber auch irgendwie fürchten. als schwuler ist man noch dazu in einer speziellen situation, da man vom schwulen sex oftmals noch weniger weiß als von heterosexuellem sex. um hierüber einmal offen und ehrlich zu reden und einigen vielleicht auch die angst zu nehmen, veranstalten wir einen kleinen infoabend. man kann sich austauschen und fragen stellen, alle schwulen unter 20 sind hierzu eingeladen.

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Okt 13

wie sah die schwule szene berlins vor dem mauerfall aus? die meisten jungen schwulen können sich das kaum vorstellen. erst recht nicht wie die schwuppen in ostberlin lebten. um euch ein realistisches bild dieser menschen und dieser szenen zu geben, veranstalten wir einen themenabend: schwule in ost und west. mit dabei sind natürlich auch leute die die zeit direkt vor ort mitbekommen haben. also freut euch auf interessante geschichten!

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Okt 12

die blätter fallen von den bäumen, es wird kälter und man merkt, es ist herbst. da dies bei vielen ein gewisses stimmungstief hervorruft, dachten wir, nutzen wir die graue jahreszeit und sind kreativ. das thema ist dementsprechend herbst-basteln. was euch hier allerdings genau erwartet werdet ihr sehen, wenn ihr am donnerstag um 18 uhr ins mann-o-meter vorbeischaut.

geschrieben von Stefan

Okt 06

der ackerkeller ist eine coole nette kneipe und zugleich disko in der bergstraße 68 in berlin-mitte. wir freuen uns sehr, dass wir als ag-jugend diese location bekommen haben. im ackerkeller veranstalten wir ein tischtennis-turnier. wer mit wem spielt und wer am ende den preis bekommt, das wird sich alles zeigen am freitag um 20 uhr.

bis dahin könnt ihr ja schonmal vorher etwas üben :)

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Okt 05

lachen, freuen, weinen, wie kann man das alles an einem abend verbinden? richtig, in dem man sich einen film anschaut, und um das ganze noch etwas lustiger zu machen, lädt man sichleute ein. dies machen wir für euch und laden euch alle herzlich zu unserem gemeinsamen videoabend ein.
kommt einfach am donnerstag um 18 uhr ins mann-o-meter vorbei.

geschrieben von Stefan \\ tags: , , , , ,

Okt 02

In der August-Ausgabe der “gaynow” wurden die Wahlprüfsteine der AG Jugend von Mann-O-Meter veröffentlicht (zu finden sind sie auch auf unserer Homepage: http://www.jungschwuppen.de/wp/2009/08/11/wahlprufsteine-bundestagswahl-2009/ ). Inzwischen (dieser Artikel entsteht kurz vor der Bundestagswahl) haben in der Reihenfolge des Eingangs “Die Violetten”, “Die Linke”, die GRÜNEN, die CDU, die FDP und die SPD geantwortet.

Wenn man die Antworten miteinander vergleicht, dann fällt vor allen Dingen eines auf, dass Fragen, die sich explizit mit jungen Schwulen beschäftigen, gern runtergebrochen werden auf gesamtgesellschaftliche Fragestellungen. Uns war es aber ein Anliegen, die Situation junger Schwuler in dieser Gesellschaft zu thematisieren, da sie sich in einer besonderen Lage befinden, die gern außer Acht gelassen wird. Von vielen Seiten wird thematisiert, dass die Situation junger Schwuler nicht mehr so problematisch sei, wie sie es noch vor Jahren war. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich die Gesellschaft gravierend verändert habe und gesetzlicher Schutz vor Diskriminierung Abhilfe schaffe. Leider ist dem nicht so. Junge Schwule haben weiterhin in vielen Lebenszusammenhängen immer noch keine Lobby. Auch wenn manches Elternhaus noch nicht aus den Wolken fällt, wenn ihr Sohn sich outet, so können die meisten nicht mit Unterstützung durch ihre Eltern in Konfliktlagen rechnen. Die Schule ist ebenso weiterhin ein Ort, der für junge Schwule viele Probleme darstellen kann, ebenso wie manche Jugendeinrichtungen. Zudem wird von vielen Jugendämtern und der Jugendhilfe weiterhin eine gesonderte Problematik junger Schwuler nicht berücksichtigt.
In den Antworten der Parteien finden sich aber meist nur Aussagen zu geschlechtsspezifischen Angeboten. Das ist für einen jungen Schwulen wenig hilfreich, wenn er sich in einer “Jungengruppe” wiederfindet und zu seiner Lebenslage reden sollte.
Generell ist es erfreulich, dass beinahe alle Parteien (die Violetten erklärten eine gewisse Hilflosigkeit im Zusammenhang mit der Thematisierung von Homosexualität) eine Berücksichtigung der sexuellen Orientierung, sowohl in der Jugendhilfe als auch beim der Gleichstellung begrüßen. Natürlich kommt es hierbei zu feinen jeweiligen Abweichungen. Besonders tritt dies bei der Frage nach der Gleichstellung der Homoehe mit der “Heteroehe” zu Tage. Die Linke, die Grünen und die FDP befürworten eine vollständige Gleichstellung, die CDU spricht sich dagegen aus und die SPD windet sich.
Noch interessanter aus unserer Sicht wird es im Zusammenhang mit der kostenlosen Abgabe von Kondomen an männliche Jugendliche. Zum einen wird auf Einrichtungen verwiesen (leider auch auf Kneipen und Bars, die von diesen Jugendlichen gar nicht besucht werden können), die im Gesundheitswesen tätig sind und die teilweise kostenlos Kondome abgeben. Hier wird aber unterschätzt, wie schwer der Zugang für junge Männer zu diesen Einrichtungen ist. Die FDP verweist auf den geringen Preis von Kondomen, nur die SPD setzt sich für eine niedrigschwellige kostenlose Abgabe von Kondomen ein. Wir sind der Meinung, dass es sowohl in der Jugendarbeit als auch in der Schule möglich sein sollte, Kondome zu erhalten, wenn man sowohl frühe Schwangerschaften als auch die Verbreitung von STDs verhindern möchte. Gerade wenn Kondome so preiswert sind, stellt sich die Frage, weshalb solch ein Schritt nicht vollzogen wird.
Auch die finanzielle Ausstattung der HIV-Prävention lässt vielfältige Rückschlüsse zu. Die Linke spricht von einer “auskömmlichen Finanzierung”, was auch immer dies bedeuten mag, die CDU äußert sich nicht zu dieser Frage, die FDP spricht von einer “sicheren finanziellen Grundlage” für Präventionskampagnen, die SPD verweist auf den erhöhten jährlichen Etat 13,2 Millionen (bei 80 Millionen BürgerInnen) und die Grünen verlangen immerhin eine Umschichtung der Finanzen auf die hauptsächlich betroffenen Gruppen bei HIV-Neuinfektionen. Insgesamt lässt sich ausmachen, dass gerade bei der HIV-Prävention von allen lieber auf große Kampagnen gesetzt wird (sicherlich auch ein wichtiges Instrument), denn auf ein umfassendes Angebot von Beratung und Vorort-Arbeit. In diesem Zusammenhang kollidieren sicherlich die Aufgaben des Bundes mit denen der Länder, doch der Bund kann sehr wohl Vorgaben in der Gesundheitspolitik machen. So wäre es ein leichtes, Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung der Finanzierung von Prävention durch die Krankenkassen zu nehmen.

Insgesamt waren schon im Vorfeld keine großen Schwüre und Versprechungen zu erwarten gewesen. Jedoch zeigt sich einmal mehr, dass es, wenn es um die Finanzierung, sowohl schwuler Jugendarbeit, die Anerkennung der weiterhin schwierigen Lage junger Schwuler und die Finanzierung einer umfassenden, subjektorientierten HIV-Prävention geht, eigentlich keine Veränderung zu erwarten ist, ganz gleich, wer die Wahl gewinnt. Der Eindruck, dass Homosexualität und HIV weiterhin eher als Randerscheinungen und nicht als gesellschaftlich wichtige Aspekte betrachtet werden, verstärkt sich. Hervorzuheben ist die Antwort der Grünen, die einen sehr kompetenten und differenzierten Eindruck hinterließ. Aber zufrieden kann man mit dem Gesamt der Aussagen nicht sein. Es gibt noch viel zu tun, um eine fürsorgliche Gesellschaft erleben zu können. Alle Antworten der Parteien können ausführlich auf unserer Homepage http://www.jungschwuppen.de nachgelesen werden.

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